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Wohnort von Luise Straus-Ernst

Emmastraße

Ein Gastbeitrag von Eva Weissweiler

Nein, das Haus in der Emmastraße 27 in Köln-Sülz, in das Luise Straus-Ernst 1929 einzog, hat nichts von dem »funkelnden Edelstein«, mit dem ihr Sohn Jimmy es später verglich. Es ist ein schmuckloser Bau, fast etwas trist in seinem Einheitsgrau, aber damals war es wohl richtig modern, vor allem im Vergleich zum Protz- und Prachtpalast am Kaiser-Wilhelm-Ring 14, wo sie vorher gewohnt hatte, im Haus eines deutsch-nationalen Zahnarztes mit Schmissen im Gesicht, der kein Hehl daraus machte, dass er sie nicht mochte: Jüdin, geschieden, mit dubiosen Künstlern und Kommunisten verkehrend, und dazu noch Schriftstellerin, Kunsthistorikerin und Journalistin – nichts Solides, sodass sie oft mit der Miete im Rückstand war.

Buchumschlag unter Verwendung einer Fotografie von August Sander, L. Straus-Ernst und Jimmy Ernst, Köln 1928

Sie war froh, als sie endlich ausziehen konnte aus diesem Haus, in dem alles noch an Max Ernst (1891–1976) erinnerte, ihren einstigen Mann, der sie 1922 verlassen hatte, obwohl ihr Sohn Jimmy (1920–1984) damals nicht einmal zwei Jahre alt war. In seinem ehemaligen Atelier lagen noch immer Bilderstapel, die er irgendwann abholen wollte, um sie zu verkaufen. Es roch noch immer nach Farbe, Leim und nach Ehestreit, denn er konnte furchtbar wütend werden, wenn sie nicht gut genug gefegt hatte oder ihm beim Malen über die Schulter sah. Das Wohnzimmer war mit seltsamem Nippeskram eingerichtet, auf den er, warum auch immer, bestanden hatte, Blumentöpfen, Mahagoni-Möbeln, Antiquitäten, Fotos in Goldrahmen und zerschlissenen Perserteppichen.

Das schaffte sie alles fort und kaufte sich neue, moderne Möbel, die sie zartgrün lackierte. Für die Wände wählte sie ein helles Grau und um die Lampen band sie Schleier aus rosa Gaze, die fast ein wenig frivol wirkten, ähnlich wie der breite, groß geblümte Diwan, auf dem schon viele Männer gesessen hatten, Kurt Weill, Hanns Eisler, Bertolt Brecht, Joachim Ringelnatz und »der kölsche Willi«.

Die Wohnung im vierten Stock war hell und freundlich, hatte einen Balkon und für jeden ein eigenes Zimmer, für sie selbst, für Jimmy und sogar für Maja, Jimmys Ersatzmutter, die sich um sein körperliches Wohl sorgte, während Luise für das geistige zuständig blieb und ihn mit ihren berühmten Freunden bekanntmachte.

Sie kamen gerne, seitdem sie umgezogen war und nicht mehr in der dunkeln Dachwohnung am Ring lebte. Ringelnatz zum Beispiel, der fast immer betrunken, aber meistens sehr gut gelaunt war. Als Jimmy einmal befürchtete, Maja könnte sein Frühstücksei zu weich gekocht haben, nahm Ringelnatz es in die Hand, trat auf den Balkon und ließ es hinunter auf die Emmastraße fallen, um zu prüfen, ob es nicht doch vielleicht hart genug sei?

Am Kaiser-Wilhelm-Ring hatten sie unter Ärzten, Bankiers und Kommerzienräten gelebt. Hier, auf der Emmastraße, wohnte der Mittelstand: kleine Kaufleute, Handwerker und Sekretärinnen, ein paar Lehrer und Buchhalter, eine Klavierlehrerin. Die Straße war kurz, schmal und sehr überschaubar. Jeder kannte jeden. Am bekanntesten war Hans Wocke (1904–1972), Sänger beim Westdeutschen Rundfunk, den man manchmal mit seinem schönen Bass-Bariton singen hörte:

Rose Marie, Rose Marie,
Sieben Jahre mein Herz nach Dir schrie,
Rose Marie, Rose Marie,
Aber du hörtest es nie.

Gleich um die Ecke fing Frankreich an, auf der Sülzburgstraße nämlich, wo es so bunt und so fröhlich zuging wie in einem Quartier von Paris und es buchstäblich alles zu kaufen gab: Schuhe, Nähmaschinen, Bücher, Süßigkeiten, Kolonialwaren, Fleisch, Seife, Obst, Blumen, Spielsachen, Brillen, ja, leider auch Kuchen, den Luise oft und gern zu sich nahm und mit einem Extra-Klecks Sahne versah, obwohl sie ohnehin schon zur Fülle neigte und nicht sehr groß war.

Sülz oder »Sölz«, wie die Kölner es nannten, wirkte überhaupt sehr französisch mit seinen vielen schön angelegten Plätzen, dem Auerbach-Platz, dem Hermeskeiler Platz, dem De-Noel-Platz und dem Manderscheider Platz, auf denen Jimmy und seine Freunde Fußball spielten oder als Cowboys, Trapper und Indianer miteinander kämpften. Nach solchen Nachmittagen kam er glücklich und erschöpft zurück in die Emmastraße, wo Maja ihm manchmal den Hintern versohlte, weil er sich schon wieder schmutzig gemacht hatte. Aber am Abend, wenn sie gemeinsam um den Ess-Tisch saßen, war alles wieder gut. »Die Themen reichten von Trivialitäten bis zu Tragödien«, schreibt Jimmy in seinen Erinnerungen. »Unser Beisammensein zwanglos und intim, als wären wir die drei einzigen Menschen auf der Welt.« Später, wenn er schon im Bett war, legte Lou eine Jazzplatte auf, schenkte sich ein Glas Wein ein und tanzte einen Tango mit sich selbst.

Sie lebte ganz für ihren Sohn, ihre Freunde und ihre Arbeit, ihre Artikel für den Querschnitt, die Vossische, den Westdeutschen Rundfunk und die Dresdner Neuesten Nachrichten. Dabei ging es um Kunst und Kultur, Reisen, den Dom, den kölschen Karneval, um moderne Architektur, manchmal um Frauenthemen, aber niemals um Politik, denn Politik interessierte sie nicht. »Ich hatte mich nie aktiv mit Politik befasst, die Zeitungen eher flüchtig gelesen und mich immer auf meine Arbeit konzentriert«, schreibt sie in ihren Erinnerungen.

Deshalb merkte sie nicht, dass seit 1932 in den Straßen gekämpft wurde, dass Nachbarn ein Hakenkreuzabzeichen am Revers trugen, sich im Park hinter der Nikolaus-Kirche trafen und das Horst-Wessel-Lied sangen, wobei es manchmal zu Schlägereien mit Kommunisten kam, nach denen Verletzte oder gar Tote im Gebüsch lagen. Sie glaubte auch nicht, dass es wirklich stimmte, als Jimmy mit tränenerstickter Stimme erzählte, drei SA-Leute hätten ihn an einer Straßenecke überfallen und ihm die Hose heruntergezogen, weil sie sehen wollten, ob er Jude sei. Das könne nicht sein, sagte sie, der Krieg sei vorbei, der Kaiser im Exil und der Oberbürgermeister, Konrad Adenauer, ein freundlicher Demokrat, der auch die Juden in ihrer Stadt beschützen würde.

Eines Nachts, kurz nach dem Reichstagsbrand, klingelten zwei SS-Leute an ihrer Tür. Sie verlangten, in die Wohnung eingelassen zu werden und durchwühlten Papiere, Kleider, Bücher und Kunstwerke, ja sogar Jimmys Spielsachen. Das war das Ende einer kurzen, glücklichen Zeit auf der Emmastraße. Luise beschloss, ins Pariser Exil zu gehen. Im Mai 1933 fuhr sie ab. Maja und Jimmy begleiteten sie zum Bahnhof und gingen zurück in die schon fast leer geräumte Wohnung, wo sie ein letztes Mittagessen zusammen einnahmen. Danach sollte Jimmy zu seinen Großeltern ziehen, die er nicht sonderlich liebte. Am nächsten Tag, einem Montag, ging er wie in Trance von der Schule zurück in die Emmastraße. Hinter der geschlossenen Wohnungstür hörte er gewaltigen Lärm. Es klang, als ob Möbel geschoben würden. Als er klingelte, öffnete ihm ein Unbekannter:

»Heißt du Ernst?« wurde er gefragt.
Er nickte. Der Mann machte die Tür wieder zu sagte:
»Du wohnst hier nicht mehr.«

Gunter Demnig: Stolpersteine für Dr. Louise Straus-Ernst, Emmastraße 27 © Foto: 1971markus CC BY-SA 4.

– Eva Weissweiler


Literatur: Straus-Ernst: Nomadengut, S. 125-130; Ernst: Nicht gerade ein Stilleben; Weissweiler: Notre Dame.

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»Weh dem, der den edlen Fürsten von Köln erschlug!«

Walther von der Vogelweide preist Erzbischof Engelbert I.

Ein Gastbeitrag von Martin Oehlen
»Herr Walther von der Vogelweide«. In: Codex Manesse, UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 848, fol. 124r

Nichts gegen Latein. Aber welches ist die älteste literarische Erwähnung Kölns in deutscher Sprache? Zum Kreis der Favoriten zählen die mittelhochdeutschen Verse von Walther von der Vogelweide (um 1170 – um 1230) auf den Kölner Erzbischof Engelbert I. (um 1185 – 1225). Wenig weiß man über den herausragenden Dichter. Weder sein Geburtsort ist gesichert noch seine letzte Ruhestätte. Es ist von ihm nur ein einziges zeitgenössisches Dokument überliefert, demzufolge er vom Passauer Bischof Wolfger von Erla einen Pelzmantel erhalten hat. Für den 12. November 1203 ist im Rechnungsbuch des Bischofs vermerkt: »Walthero cantori de Vogelweide pro pellicio V. sol. Longos« (für den Sänger Walther von der Vogelweide fünf »solidi longos«, was in der Forschung zuweilen mit »fünf Schillinge« übersetzt wird).

Vieles mehr wird nicht aus historischen Quellen, sondern aus Walthers Werk erschlossen. Aus dem Minnesang, den er fulminant aufmischte, und aus der sogenannten Sangspruchdichtung, mit der er sich in die politischen Verhältnisse einmischte – schimpfend, schmeichelnd, ironisch, keck und kunstvoll. Selbstverständlich sind solche biografischen Rückschlüsse aus der Dichtung riskant. Allerdings kann aus den Texten mit Gewissheit geschlossen werden, dass Walther als fahrender Sänger bestrebt war, Gönner zu gewinnen. Sei es als längerfristiges Engagement oder als einmalige Unterstützung. So lobt er den Geiz des einen und die Großzügigkeit des anderen. Er wendet sich in seiner Lyrik an Fürsten, Könige und Kaiser – und an Erzbischof Engelbert I. von Köln.

Aus der Familie der Grafen von Berg stammend, zählte Engelbert zu den mächtigsten Personen im Reich. Als Kölner Erzbischof wurde er im Jahre 1220 von Kaiser Friedrich II. zum Reichsverweser ernannt. Auch war er Vormund des kaiserlichen Sohnes Heinrich, den er 1222 in Aachen zum König krönte. Walther von der Vogelweide rief diesem Engelbert in den Sprüchen seines sogenannten Kaiser Friedrichston zu:

»Von Kölne werder bischof, sît von schulden frô!

ir hât dem rîche wol gedienet, und alsô

daz iuwer lop da enzweschen stîget unde sweibet hô.

sî iuwer werdekeit dekeinen bœsen zagen swære

fürsten meister, daz sî iu als ein unnütze drô.

getriuwer küneges pflegære, ir sît hôher mære,

keisers êren trôst baz danne ie kanzelære,

drîer künege und einlif tûsent megde kamerære.«

(»Edler Bischof von Köln, Ihr dürft Euch freuen! Ihr habt dem Kaiser und dem Reiche so gut gedient, dass Euer Ruhm nun immer steigt und höher schwebt. Wenn, Herr der Fürsten, Euer hohes Amt dem gemeinen Feigling lästig ist und er Euch droht, beachtet seine leere Drohung nicht. Treuer Königsvormund, Ihr seid berühmt und wahrt des Kaisers Ansehen besser als es je ein Kanzler tat – Kämmerer von elftausend Jungfrauen und drei Königen.« Übersetzung zitiert nach Joerg Schaefer.)

Walther verweist in seiner Lobeshymne bemerkenswerterweise auf Drohungen gegen den Erzbischof. Unumstritten war Engelbert weder in der Metropole noch im riesigen Erzbistum. Ein Konflikt um Vogteirechte des Essener Damenstiftes, so stellen es Hugo Stehkämper und Carl Dietmar in dem Band Köln im Hochmittelalter dar, führte zu Engelberts Ermordung am 7. November 1225. Auf der Rückreise nach Köln wurde er bei Gevelsberg überfallen. Eine moderne gerichtsmedizinische Untersuchung der überlieferten Gebeine, die 1978 stattgefunden hat, führt Dutzende Verletzungen der Knochen auf. Als einer der Initiatoren des Anschlags gilt Friedrich von Isenberg, ein Neffe zweiten Grades, wenngleich unklar ist, ob er nicht nur eine Gefangennahme geplant hatte.

Detailansicht des Engelbertschreins in der Domschatzkammer in Köln. Dargestellt ist Erzbischoff Engelbert
Köln, Domschatzkammer, Engelbertschrein, Deckel, Detailansicht: Erzbischof Engelbert © Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: Matz und Schenk

Die Nachricht vom Tod des Erzbischofs erreichte auch Walther von der Vogelweide. Er schrieb in seinem zweiten Engelbertspruch im Rahmen des Kaiser Friedrichtons:

»Swes leben ich lobe, des tôt den wil ich iemer klagen.

sô wê im der den werden fürsten habe erslagen

von Kölne! owê des daz in diu erde mac getragen!

Ine kan im nâch sîner schulde keine marter vinden:

im wære alze senfte ein eichîn wit umb sînen kragen.

In wil sîn ouch niht brennen noch zerliden noch schinden

noch mit dem rade zerbrechen noch ouch dar ûf binden,

ich warte allez ob diu helle in lebende welle slinden.«

(»Ich preise sein Leben, und immer klage ich um seinen Tod. Weh dem, der den edlen Fürsten von Köln erschlug! O dass ihn die Erde noch tragen will! Ich weiß keine Marter groß genug für seine Schuld. Ein Eichenstrang um seinen Hals wäre ihm zu sanft. Ich will ihn nicht verbrennen noch ihn zerstückeln noch ihm die Haare abziehen, auch ihn nicht mit dem Rad zermalmen noch aufs Rad ihn flechten; ich warte nur jeden Tag, ob ihn nicht die Hölle lebendig verschlingt.« Übersetzung zitiert nach: Joerg Schaefer)

Walthers speziellem Wunsch, den Täter nicht aufs Rad zu flechten, entsprach Engelberts Nachfolger Heinrich von Müllenark allerdings nicht. Am 13. November 1226 wurde Friedrich von Isenberg vor dem Severinstor in Köln gerädert.

Engelberts Nachruhm entwickelte sich schnell. Dazu trug die Biografie des Zisterziensermönchs Caesarius von Heisterbach bei: Vita, passio et miracula beati Engelberti Coloniensis archiepiscopi (»Leben, Leiden und Wunder des heiligen Engelbert, des Erzbischofs von Köln«). Bald schon wurde der Erzbischof als Märtyrer und wunderwirkender Heiliger verehrt, wenngleich er nie offiziell kanonisiert worden ist. Die Gebeine ruhten zunächst in einem umgitterten Steingrab im Alten Dom in Köln. Seit 1633 befinden sie sich in einem barocken, vom Goldschmied Conradt Duisbergh nach Entwürfen von Jeremias Geisselbrunn und Augustin Braun gefertigten Silbersarkophag, der heute in der Schatzkammer des Kölner Doms steht. Weitere Reliquien des ermordeten Erzbischofs werden unter anderem im Altenberger Dom, in Essen, Wien und Gevelsberg aufbewahrt.

Ob Walther – der vor allem in Wien, in Südtirol und im Süddeutschen verortet wird – jemals in Köln gewesen ist, steht dahin. Zwar behauptet das lyrische Ich eines seiner Lieder, es sei »von der Elbe unz an den Rîn / und her wider unz an Ungerland« unterwegs gewesen, also von der Elbe bis an den Rhein und dann zurück nach Ungarn. Doch zum einen ist dies eben doch ein Ich, das nicht zwingend mit dem Autor gleichzusetzen ist. Und zweitens ist der Rhein ein langer Fluss mit vielen Verweilmöglichkeiten.

(M. Oe.)

Literatur

  • Becks, Leonie; Lauer, Rolf: Die Schatzkammer des Kölner Domes. Köln 2000.
  • Hahn, Gerhard: Walther von der Vogelweide. München u. Zürich 1986.
  • Legner, Anton: Kölner Heilige und Heiligtümer. Köln 2003.
  • Schaefer, Joerg (Hg.): Walther von der Vogelweide – Werke. Darmstadt 1972.
  • Stehkämper, Hugo; Dietmar, Carl: Köln im Hochmittelalter. Köln 2016.

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Notizen eines Gereongängers

Ein Gastbeitrag von Michael Kohtes
St. Gereon, Ostseite © Foto: Raimond Spekking CC BY-SA 4.0

Unter Kölns romanischen Gotteshäusern empfiehlt sich für den transzendental Obdachlosen als erste Adresse St. Gereon. Man bevorzuge die Tageszeiten, wenn die Messe gehalten und der Cicerone durch ist, dann winkt die Gnade, abgesehen von der einen oder anderen quer flitzenden Kirchenmaus mit dem Genius Loci allein zu sein – und eine Stunde der wahren Entrückung zu erleben.

Der Ort atmet Geschichte, die Luft seiner Legenden, den Staub der frühen Knochen. Hier, vor den Toren der antiken Colonia, begruben die Agrippinenser noch im 4. Jahrhundert ihre Toten. Es war der Acker, auf dem die Mythe nachmals das Massengrab des Heerführers Gereon und seinen thebäischen Mannen lokalisierte. Weil sie sich dem Befehl Kaiser Konstantins, alle Kölner Christen hinzuschlachten, widersetzt hätten, seien diese Standhaften von den eigenen Soldaten geköpft worden. Und über ihren Gebeinen habe Sankt Helena, die Mutter des Imperators, später die nämliche Kirche errichten lassen. So erzählte es unser Vater, wobei ihm seine »Heiligengeschichte« stets zu großem Sandalenkino geriet; jedenfalls hegten wir keinen Zweifel, dass zumal ein Verfechter des achten Gebots wie er die reine Wahrheit schilderte …

Überhaupt verringert sich hoc loco der Abstand zu den Ahnen merklich. Den Blick empor gerichtet, überkommt mich eine Ahnung, wie viel Blut, Schweiß und Spucke es Generationen von Baumeistern samt ihren Handlangern gekostet haben muss, bis aus den Mauern der römischen Nekropole jene romanische Stiftskirche erwachsen konnte, die ein Macht- und Pilgerzentrum von Rang war, als sie in den 1320er Jahren schließlich die eigenwillige Gestalt annahm, in der sie sich dem Auge seither präsentiert. Gereons Stiftsherren waren durch Geburt einem Adel verpflichtet, dem es gelegentlich am rechten Glauben gefehlt haben mochte, keineswegs jedoch an Geld und Geist. Derlei hatte das Abendland noch nicht gesehen: Zehn Ecken, vier Geschosse hoch, überwölbt von einem »Himmelsdach«, das dank Stein und Statik allen Wettern standhielt, so dass es der »Blutsäule« unseres Patrons – die jedem Bösewicht, der vor sie hintrat, ewige Verdammnis brachte! – ein sowohl beschirmtes als auch würdiges Wirkungsfeld bot.

Unter der Kuppel des Dekagons sucht ein vom Terminteufel heimgesuchtes Schäfchen wie unsereins, übrigens gerne auch mal länger als zehn Minuten, das Handy im Flugmodus, Zuflucht vor dem Lärm dort draußen ebenso wie vor den Tumulten in seinem Inneren. Nirgends steigt mir der Geruch erhitzten Kerzenwachses, vermischt mit einer Spur von Weihrauch, tröstlicher in die Nase als im Gemäuer dieser Märtyrerkirche. Und manchmal, wenn die Einkehr jene Tiefe der Betrachtung erreicht, mit der die Dinge aus ihren Bedeutungen treten, finde ich darüber wieder Anschluss an den rätselhaften Rhythmus des Universums. Vornehmlich dann, wenn das von den buntfarbigen Fenstern gefilterte Nachmittagslicht in die schattigen Gewölbe fällt und sich der Spiritus meiner prächtigen Enklave zur (gütigen) Gänze entfaltet.

Heilig ist mir der Ort aber auch, weil just hier, vor dem Altar des gemarterten Meuterers Gereon, sich meine Eltern feierlich die Ehe versprachen; mit dem Segen von Stadtdechant Robert Grosche, jenem Kunstkenner und klerikalen Künstlerfreund, der vormals, als Pfarrer in Vochem bei Brühl, unseren Herrn Papa bereits getauft hatte und auf dem Hof der Großeltern ein gern gesehener Gast war. Opa, so die Überlieferung, erörterte mit Dr. Grosche, meist schon vor dem Essen, Fragen zum bevorstehenden Weltuntergang wie zur Wahrscheinlichkeit der Jungfrauengeburt, er schätzte seine festen Ansichten über das »Herrjöttche«.

Ab und an ist Gereon für eine handfeste Überraschung gut. Gestern, in einer der hinteren Bänke, Langchor rechts, beim Sortieren meiner inneren Angelegenheiten, brach plötzlich der mächtige, raumfüllende Klang der Orgel über die stille Versenkungsübung herein. Alles Gewaltige kam von oben, aus den silbern glänzenden Pfeifen, die der kleinen Empore entragen – und Händen gehorchen, die drei Manuale und 36 Register beherrschen, umso imposanter, wenn das Pedal den wechselnden Füßen pariert. Es war der Anfang einer längeren freien Improvisation, sakrale Festmusik, bei der sogar einem Sünderlein wie mir die Himmel des Erhabenen aufsprangen.

Michael Kohtes, 2021

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Wilde Feste am Friesenplatz

Sabine Schiffner erinnert sich

Als ich meine Wohnung am Hohenzollernring 60 im Mai 1986 zum ersten Mal betrat, sah ich aus dem Fenster und dachte: Ja, so möchtest du in Köln wohnen: Denn ich konnte von hier aus in der Ferne den Dom sehen! Damals fuhr unten auf den Ringen die Straßenbahn noch oberirdisch. Die Bauarbeiten für die U-Bahn hatten aber schon begonnen und kleine Bäume wurden auf den Ringen gepflanzt. Noch drängten sich aber die Prostituierten im Hauseingang, wenn wir nachts nach Hause kamen, nachdem wir in einer der Bhagwandiscos getanzt hatten, im ›Pink Champagne‹ getrunken und anschließend bei WurstWilly oder im Wienerwald schräg gegenüber gespeist, denn diese beiden hatten bis vier Uhr morgens auf.

Sabine Schiffner in ihrer Wohnung am Hohenzollernring, um 1985 © Sabine Schiffner

Der Friesenplatz war auf unserer, der Neustadtseite, Teil des Rotlichtbezirks und auf der anderen Seite von rotgekleideten Bhagwananhängern besiedelt, die sich an schönen Tagen in Scharen draußen trafen. In unserem Haus, das einen Fahrstuhl hatte, der seit 1945 nicht mehr in Betrieb war, der aber nach einem Jahr zu unserer Freude wieder instandgesetzt wurde, gab es nur fünf Wohnungen. Der Rest des Hauses wurde vom Rexkino eingenommen, weshalb wir, wenn wir unsere Adresse angeben mussten, nur zu sagen brauchten: Wir wohnen über dem Rexkino. Über uns wohnte Frau Gmylkowski, geborene Johannsen, die Kassiererin vom Kino, die immer unten in ihrer Kassiererinnenkasse saß und vor der ich ein wenig Angst hatte, weil sie so schick geschminkt und gestylt war, künstliche Wimpern und Haare trug und so viel redete. Wenn sie manchmal von ihrer Dachterrasse herunterguckte, erkannte ich sie nicht wieder, weil sie zu Hause keine Perücke trug, dann sah sie auf einmal uralt aus. Hinter dem Haus waren lange Flachdächer, die sich bis zum Friesenwall zogen und die zum Kino gehörten. Manchmal stieg Herr B., der Verwalter des Kinos, der immer Scherze machte, wenn er mich sah, Scherze allerdings, die ich nie verstand, aus einer Luke dieses Daches und ging dann auf den Stegen über den Dächern spazieren. Er war sehr klein und trug einen Bart und auch vor ihm hatte ich Respekt. Wenn er aus der Luke kletterte, sah er aus wie Rumpelstilzchen, darüber musste ich dann immer sehr lachen.

Unser Haus, das zu betreten immer auch eine olfaktorische Freude war, weil der Duft des süßen Popcorns beharrlich im ansonsten eher heruntergekommenen Treppenhaus zu riechen war, hielt ich seines Aussehens wegen für ein Nachkriegshaus. Später las ich in einem Buch über Architektur in Köln, das es eines der zwei ältesten Häuser am Neustadtring zwischen Friesenplatz und Rudolfplatz ist und aus den 1880er Jahren stammt. Davon ist aber rein äußerlich nichts mehr zu sehen. In diesem Haus also, das wenig Charme hatte, aber von dem aus man so phantastisch über Kölns Dächer hinweggucken und bis zum Dom sehen konnte, richteten meine Freundin und Mitbewohnerin Berit B. Böhm und ich uns auf 60qm mit Durchgangszimmer und winzigem Bad einen künstlerischen Elfenbeinturm ein, in dem wir literarische und musikalische Salons abhielten und wilde Feste feierten, bei denen manches Mal die Polizei für abschließende Ordnung sorgen musste. Hier trafen sich angehende Schauspieler, Sänger, Komponisten, Philosophen, Filmemacher, sehr viele Künstler und Schriftsteller, Drogenabhängige, Obdachlose, Lebenskünstler und manchmal auch ganz normale Mitstudenten. Hier redeten wir über Gott und die Welt, hängten verrückte Bilder auf, sorgten für gehörig Unordnung, sammelten alles was wir in die Hände bekamen und machten avantgardistische Performances. Hier schrieb und hier las ich meine ersten guten Gedichte. Hier lebte ich zehn Jahre. Als die Bäume vor der Tür schon fast bis zu meinem Fenster im 3. Stock hochgewachsen waren, wurde ich mit meinem Sohn schwanger und zog nach Braunsfeld, von wo aus ich den Dom nicht mehr sehen konnte, aber dafür in einen riesigen verwunschenen Garten blickte.

 – Sabine Schiffner


In den Gedichten schreibschreib und orangenmarmelade, die in den 1980er Jahren entstanden, beschreibt Sabine Schiffner atmosphärisch verdichtet die Zeit am Friesenplatz.

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Dostojewski wird in Köln zur Kasse gebeten

 

Fjodor M. Dostojewski in Paris, 1863 © Foto gemeinfrei

Der russische Schriftsteller Fjodor M. Dostojewski (1821–1881) begab sich im Sommer 1862 auf seine erste Reise nach Westeuropa. In wenigen Wochen besuchte er Deutschland, Frankreich, England, die Schweiz und Italien, ein strammes Programm, das kaum Zeit für längere Aufenthalte und Besichtigungen vorsah. Am 26. Juni reiste er von Berlin kommend, nach Köln, um den Dom zu besichtigen, den er bereits während seines Studiums an der angesehenen Militärischen ingenieurtechnischen Universität in St. Petersburg »mit Ehrfurcht« nachzeichnete. Seine zweite Ehefrau Anna Grigorjewna (1846–1918) berichtete, Dostojewski habe auf seinen Reisen viele Stunden vor dem Kölner Dom und anderen Denkmälern der Gotik in wahrer seelischer Verzückung gestanden. Doch der erste Anblick war für ihn enttäuschend, wie man aus seinem Reiseessay Winterliche Aufzeichnungen über sommerliche Eindrücke entnehmen kann: »[…] ich glaubte, das seien alles nur Spitzen, Spitzen und nichts als Spitzen, Nippes, als Briefbeschwerer auf den Schreibtisch zu stellen, gut siebzig Faden hoch. ›Wenig Erhabenes‹, entschied ich.«

Ende Juli erfolgte die Rückreise nach St. Petersburg wieder über Köln, dieses Mal wollte er Abbitte leisten, weil er die ganze Schönheit des Bauwerkes beim ersten Anblick »nicht begriffen hatte.« Er führte diesen Umstand auf ein Ärgernis zurück, das unmittelbar mit der neuen Rheinbrücke in Verbindung stand, denn hier traf er auf einen Beamten, der von ihm die Brückensteuer verlangte. Vielleicht war es weniger die Maut, die den Autor in Harnisch brachte, als vielmehr die Art und Weise, wie er, zumindest in seiner Vorstellung, zur Kasse gebeten wurde: 

»[…] ich glaubte, dieser Deutsche sei anmaßend. ›Sicher ist er dahintergekommen, daß ich Ausländer bin und zwar Russe‹, dachte ich, wenigstens schien mir sein Blick beinahe wortwörtlich zu sagen: ›Hier siehst du unsere Brücke, armseliger Russe, — so wisse denn, daß du ein Wurm bist angesichts dieser Brücke und angesichts eines jeden rechtschaffenen Deutschen, denn eine solche Brücke hast du nicht‹.«.

Am 4.1.1866 hielt sich Dostojewski erneut in Köln auf, Aufzeichnungen über diesen Aufenthalt liegen jedoch nicht vor.

Dombrücke in Köln, um 1870 © Foto gemeinfrei. Quelle: Library of Congress, Washington

Ab 1855 begann man in Köln mit dem Bau einer kombinierten Straßen- und Eisenbahnbrücke, die im Oktober 1859 in Anwesenheit des preußischen Prinzregenten Wilhelm I. feierlich eröffnet wurde. Die Dombrücke war die erste feste Brücke von Köln nach Deutz seit der Römerzeit. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Köln nur Schiffs- oder Pontonbrücken. Bahnreisende, die von Osten nach Westen reisten, mussten demzufolge am Bahnhof Pantaleon aussteigen, mit der Fähre auf die andere Rheinseite gelangen, um dann vom Bahnhof Deutz die Fahrt fortzusetzen. Ähnliche Schwierigkeiten musste auch der Güterverkehr bewältigen. Nur zwei Monate nach der Brückeneröffnung konnte auch der neue Central-Personenbahnhof der Öffentlichkeit übergeben werden.

Auf Grund ihrer engmaschigen Gitterkonstruktion wurde die neue Rheinbrücke im Volksmund ›Mausefalle‹ genannt, zudem konnte man sie an beiden Enden mit schweren Eisentoren verschließen, was den Eindruck von einer Falle unterstützte. Durch den stetig wachsenden Bahnverkehr geriet man bereits 50 Jahre später an die Grenzen der Belastbarkeit, so dass an gleicher Stelle die heutige Hohenzollernbrücke gebaut und 1911 eröffnet wurde.   Das von Dostojewski erwähnte Brückengeld wurde übrigens nicht von der Stadt Köln eingenommen, sondern von der Bauherrin der Brücke, der Köln-Mindener-Eisenbahngesellschaft.

– GE

Literatur:

  • Fjodor M. Dostojewski: Winterliche Aufzeichnungen über sommerliche Eindrücke. Aufzeichnungen aus dem Kellerloch. Aus dem Tagebuch eines Schriftstellers. Reinbek bei Hamburg 1962, S. 7-58, hier S. 9f.
  • Der unbekannte Dostojewski. Bd. 1. Von René Fülöp-Miller, Friedrich Eckstein, Vera Mitrofanov Demelic̆. München 1926, S. 11.

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Metthäppchen, Mammutbäume und Multikulti

Notizen über Kalk und seinen Stadtgarten

Wenn Sie das nächste Mal wieder nach Köln kommen, wagen Sie das Unglaubliche, das in keinem Reiseführer steht und fahren mit der Linie 1 oder 9 vom Neumarkt oder Heumarkt hinüber nach Kalk. Als Erstes werden Sie natürlich den Rhein überqueren, der für die meisten Kölnerinnen und Kölner viel mehr als ein Fluss ist, nämlich ein Ozean, hinter dem eine andere Welt anfängt, die sog. Schäl Sick, auf der in alter Zeit nicht die Römer oder die Erzbischöfe regiert haben, sondern germanische Räuber und Vandalen, die einem einäugigen, schielenden Gott huldigten. Viele behaupten sogar, dass hier Sibirien anfange. Aber ich kann Ihnen versichern, dass das stark übertrieben ist.

Wenn Sie den Rhein überqueren, setzen oder stellen Sie sich bitte so, dass Sie den Dom, Groß Sankt Martin und den Rathausturm sehen können. Das Panorama ist überwältigend. Luise Straus-Ernst, eine Kölner Schriftstellerin, die in Auschwitz ermordet wurde, hat sogar einmal gesagt, dass Rechtsrheinische sei überhaupt nur besiedelt und erfunden worden, damit man diesen großartigen Blick auf den Dom und Groß St. Martin habe.

An der Haltestelle Kalk Post verlassen Sie bitte die Bahn, gehen Sie hinauf und treten Sie in eine andere Welt ein. Vielleicht blinzeln Sie erst einmal ein wenig, um zu glauben, dass Sie hier immer noch in Köln und nicht in einem Banlieu von Brüssel oder Paris sind. Je nachdem, ob Sie die U-Bahn-Haltestelle an der rechten oder linken Seite verlassen, werden Sie entweder vor der Kalker Post oder den Köln-Arcaden landen. Der Platz vor der Post war früher ein Junkie-Treffpunkt. Davon merkt man aber heute nichts mehr. Werfen Sie einen Blick auf das Postgebäude, das aus dem Jahr 1899 stammt, als Kalk noch eine eigenständige kleine Stadt war. Es wirkt wie eine Trutzburg aus Sandstein. Immer noch wie aus der Kaiserzeit, auch wenn die Erker und Türmchen, die es ursprünglich hatte, nicht mehr da sind.

Neben Micki’s Bar oder Trattoria, wo Sie sich mit einem vorzüglichen Espresso stärken können, bietet ein Marokkaner frisches Obst und Gemüse an, Nüsse, Schafskäse, Lammfleisch, Couscous und exotische Gewürze. Sie können ruhig eintreten. Die Preise sind sehr zivil und die Betreiber sehr freundlich. Mit einer Tüte voller Pistazienkerne ausgestattet treten Sie nun Ihren Gang über die Kalker Hauptstraße an, der Sie bis zum Stadtgarten, meinem Lieblingsort, führen wird.

Ob Sie die linke oder rechte Straßenseite wählen, ist eigentlich egal. Da ist die gleiche bunte Folge von türkischen Döner-Läden, arabischen Juwelieren, indischen Boutiquen, nordafrikanischen Schnellfriseuren und sagenhaft preiswerten Second-Hand-Shops, wo Sie sich für zehn Euro vollständig neu einkleiden können. Kaum was Deutsches dazwischen, beklagen sich Manche, Aber wer das nicht mag, kann ja in den Villenvorort Hahnwald gehen. Dort gibt es unter Garantie keine Migranten und erst recht keine „Nafris“, wie die Nordafrikaner hier eine Zeit lang despektierlich genannt wurden, sogar in der Presse und von der Polizei.

Eingangstor zum Kalker Stadtgarten © Klaus Kammerichs

Dann endlich, je nach Tempo dauert das fünf bis zehn Minuten, erreichen Sie den schon erwähnten Kalker Stadtgarten, meinen Lieblingsort. Er liegt etwas versteckt zwischen dem Café Schlechtrimen und zwei alten Pavillons, die aussehen wie aus einem Film über die Schneewittchen und die Sieben Zwerge. Am reich verschnörkelten, schmiedeeisernen Eingangstor, das wie fast alles hier noch aus dem Jahr 1912, dem Eröffnungsjahr, stammt, werden Sie lesen, dass der Park von der Drogenhilfe Vision sauber gehalten wird. Haben Sie keine Angst! Die jungen Leute machen das ganz vorzüglich! Kein Müll, kein Unkraut, keine leere Flasche ist zu sehen. Die Wege sind frisch geharkt, die Sträucher liebevoll beschnitten und begossen. Auf den sauberen, wenn auch etwas verwitterten Bänken können Sie sich beruhigt niederlassen und je nach Präferenz lesen, tief durchatmen oder Ihren Blick auf eine fast südliche Fülle von Bäumen richten: Zieräpfel, Kastanien, Platanen, Ahorn, japanische Kirschen, Kiefern, Zedern und viele mehr, in der Mitte ein über hundertjähriger Mammutbaum mit kegelförmiger Krone und rotbrauner Rinde, der den Ersten und den Zweiten Weltkrieg erlebt hat, die Trümmerfrauen und den Niedergang der einst blühenden chemischen Industrie, die ersten Gastarbeiter und wahrscheinlich auch Karl Küpper, den legendären kölschen Büttenredner und Karnevalisten, der wenige Meter entfernt, auf der Kalker Hauptstraße 215, gewohnt hat und dort während der NS-Zeit dichtete:

Es stand ein Baum am Waldesrand und war organisiert. Er war im NS-Baumverband, damit ihm nichts passiert.

Wenn Sie Ihren Spaziergang am Nachmittag machen, werden Sie bestimmt nicht allein sein. Sie werden Schüler und Studenten treffen, Eltern, Großeltern, Neu- und Alt-Kalker, Rentner, die ein Stück Kuchen aus dem Café Schlechtrimen verzehren. Vor allem aber Kinder nahezu aller Hautfarben, die auf dem Spielplatz ihre ersten Schritte machen, Karussell fahren, Sandburgen bauen, rutschen, wippen und jubeln, ob auf Arabisch, Türkisch, Russisch, Italienisch, Hindi, Urdu, Chinesisch oder Kinderkauderwelsch. Um 18 Uhr macht der Stadtgarten leider zu, damit niemand unter den herrlichen Bäumen sein Haupt niederlegt. Aber damit ist Ihr Ausflug noch längst nicht zu Ende. Gleich nebenan gibt es zwei kölsche Kneipen, in denen Sie noch so richtig kölsch essen und trinken können, Metthäppchen, kölschen Kaviar, Kalker Gulasch, Speckpfannkuchen und den berühmten ›halven Hahn‹, der gar kein Hahn ist, sondern ein Stück Gouda.

Ich glaube, ich kann Ihnen versprechen, dass Sie wiederkommen, wenn Sie noch einmal in Köln sind. Und dass Sie vielleicht irgendwann lieber in den Kalker Stadtgarten gehen als an den Aachener Weiher oder in die Flora. Denn Metthäppchen, Mammutbäume und Multikulti – wo findet man das schon, außer in Kalk?

Eva Weissweiler

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Hans Mayer dirigiert im Stadtgarten

Geburtshaus im Belgischen Viertel

Hans Mayer wurde am 19. März 1907 im »Belgischen Viertel«, einem bis heute beliebten und attraktiven Viertel der Stadt, geboren. Rings um den Brüsseler Platz, der mit der kath. Pfarrkirche St. Michael, das Zentrum des ›Belgischen Viertels‹ bildet, entstanden um die Wende zum 20. Jahrhundert repräsentative Wohnhäuser im Jugendstil. Der Kaufmann Rudolf Mayer und seine Ehefrau Ida, geb. Meyer-Wachmann, kamen nach ihrer Hochzeit von Neuss nach Köln und bezogen eine Wohnung im 1. Stock eines Wohnhauses in der Genter Str. 30. In unmittelbarer Nähe liegt der Stadtgarten, ein innerstädtischer Landschaftspark, der 1827/28 auf dem Gelände vor der Stadtmauer als Schmuckgarten mit einer angegliederten Baumschule angelegt wurde. Die Parkanlage war schon zu Mayers Zeit eine beliebte Freizeit- und Erholungsstätte für die Kölner Bevölkerung. In seinen Erinnerungen schrieb Mayer über seine musikalische Begabung und Früherziehung, die auch mit ersten Erlebnissen im Stadtgarten in Verbindung stehen.

»Wir wohnten damals in Köln noch in der gutbürgerlichen Neustadt, jenseits der Ringe, die an die Stelle der niedergelegten Stadtmauern getreten waren. Die Familie muß damals noch in meinem Geburtshaus (im Jugendstil) in der Genter Straße 30 gewohnt haben. Der Stadtgarten war ganz in der Nähe. Dort ging man dann am Samstag oder Sonntag hin: zu Kaffee und Kuchen oder einem »Kaffee mit Essen«, wie man das damals nannte. Als Essen waren Schwarzbrot und Rosinenbrot zu verstehen, mit Butter und Konfitüre. Im französischen Sinne also ein Café complet. Da saß man dann im Freien und lauschte der Musik. Die Musiker waren in einem schönen Pavillon untergebracht. Der übliche Pavillon sämtlicher Kurgärten im Deutschen Kaiserreich. Plötzlich war ich verlorengegangen, man stand auf, um mich zu suchen. Da stand ich allein vor dem Musikpavillon, wo gespielt wurde. Ich schaute starr nach oben, und ich dirigierte. Wie das zuging? Ich weiß es nicht. Ich dirigierte eben. Ein Ring von Leuten hatte sich gebildet, die mir lachend zuschauten. Ich wurde dann von der Mutter weggeschleppt. Sie war beschämt. So etwas! Allein, man hat viel später immer wieder diese Geschichte von mir erzählt. Ich selbst konnte mich an nichts erinnern.«

– GE

Literatur: Mayer: Gelebte Musik, S. 12

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Die EDITIONALE

Ein Forum für Buchkunst

Traueranzeige für Elisabeth Broel

Die EDITIONALE, eine kleine Messe für Handpressendrucke, Künstlerbücher, Mappenwerke und Editionen, wurde im Jahr 2000 von der Künstlerin Elisabeth Broel und dem Künstler Gernot Cepl ins Leben gerufen. Buchkünstler*innen aus dem In- und Ausland bot Broel Gelegenheit, sich mit ihren Werken einem interessierten Publikum in Köln vorzustellen: Bücher in kleinen Auflagen, Papierobjekte, Handkoloriertes, Collagen und Künstlerbücher. Die Messe öffnete bis 2016 alle zwei Jahre ihre Türen im Neuen Kunstforum (vormals Gothaer Kunstforum) am Alteburger Wall, um die Vielfalt der Buchkunst in allen Formen Farben und Materialien zu präsentieren. Der Verein des Neuen Kunstforums wurde im Januar 2021 aufgelöst. – Im April 2019 zog die EDITIONALE in die Räume der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln. Die auf der EDITIONALE gezeigten Künstlerinnen und Künstler sind mit ihren Werken in vielen internationalen Sammlungen vertreten. Erstmals konnte die Messe im März 2020 auch in Wien ausgerichtet werden.

Am 1. Dezember 2020 starb die Initiatorin Elisabeth Broel, die 1958 in Bardenberg bei Aachen geboren wurde, an den Folgen einer Covid 19-Infektion. Wie und in welcher Form die Zukunft der EDIONALE aussehen wird, ist derzeit noch ungewiss.

– GE

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»Nach Köln hin wälzt der Rhein sein heiliges Wasser fort«

Die Marcel-Proust-Promenade

Ein Gastbeitrag von Martin Oehlen
Jacques-Emile Blanche: Porträt von Marcel Proust 1892, Öl auf Leinwand, 73,5 x 60,5 cm © RMN-Grand Palais (Musée d’Orsay) CC BY 3.0

Marcel Proust (1871–1922) ist nie in Köln gewesen. In Deutschland hat er es lediglich bis nach Bad Kreuznach geschafft. Dennoch ist Köln diejenige deutsche Stadt, in der dem Autor des siebenbändigen Romankolosses A la recherche du temps perdu (dt. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit) besonders große Aufmerksamkeit zuteilwird. Die hier ansässige Marcel-Proust-Gesellschaft ist nicht nur damit befasst, ihre Mitglieder zu einschlägigen Versammlungen einzuladen. Auch leistet sie mit zahlreichen Veröffentlichungen ihren Beitrag zur Erforschung des Autors und seines Werks. Überdies hat der Kunst- und Literatursammler Reiner Speck in seiner »Bibliotheca Proustiana« einen außerordentlichen Schatz zusammengetragen. Dazu gehört seit 2021 jenes Manuskript, in dem Proust das einzige Mal in seinem Gesamtwerk die Stadt Köln erwähnt – sieht man einmal ab vom Duftwasser »Eau de Cologne«. In Les plaisirs et les jours (dt. Freuden und Tage), Prousts erster Veröffentlichung aus dem Jahre 1896, lautet eine Gedichtzeile: »Vers Cologne le Rhin roule ses eaux sacrées« (dt. »Nach Köln hin wälzt der Rhein sein heiliges Wasser fort«).

Die Kölner Wertschätzung für den großen Franzosen findet ihren allgemein wahrnehmbaren Ausdruck auf der Marcel-Proust-Promenade. Als sie Ende Juni 2009 im Stadtwald eröffnet wurde, auf Initiative von Reiner Speck, dem Präsidenten der Marcel-Proust-Gesellschaft, war sie deutschlandweit die erste Straße, die den Namen des Dichters erhielt.    

Vom Spazierengehen ist in der Suche nach der verlorenen Zeit oft die Rede. Da promenieren wir mit dem Ich-Erzähler am Atlantikstrand bei Balbec (dem realen Cabourg), auf dem Méséglise-Weg und auf dem Guermantes-Weg in Combray (dem realen Illiers-Combray), in den Gassen der »verzauberten Stadt« Venedig und im Bois de Boulogne in Paris. Mal ist er allein unterwegs und mal in Begleitung, mal hängt er seinen Träumen nach und mal lässt er seine Gedanken schweifen, mal beobachtet er Passanten und mal erfreut er sich an der Natur. Nicht zuletzt tut ihm die Bewegung gut: Gerade »nach langen Stunden über einem Buch« empfand sein Körper »das Bedürfnis, sich wie ein losgelassener Kreisel in alle Richtungen zu verausgaben«.

Reiner Speck an der Marcel-Proust-Promenade, Köln, 26.8.2009 © Foto Burkhard Maus

Zu alledem lädt die Marcel-Proust-Promenade ein. Sie beschreibt einen großen Halbkreis im Stadtwald, mit dessen Anlage 1895 nach einem Entwurf von Gartenbaudirektor Adolf Kowallek begonnen worden war. Das geschah zu jener Zeit, da Marcel Proust eine undotierte Stelle in der Bibliothèque Mazarine in Paris annahm. Allerdings war er in der ältesten Bibliothek des Landes – krankheitsbedingt – nur selten anzutreffen. Außerdem begann er in jenem Jahr 1895 den Fragment gebliebenen Roman Jean Santeuil. Dieses Werk empfiehlt Rudolf Steiert im Band 1 der Schriftenreihe Sur la lecture, herausgegeben von der Marcel-Proust-Gesellschaft, als einen möglichen Leseeinstieg für Proust-Anfänger: »Dieses (von ihm selbst verworfene) Frühwerk ist eine Art Vorstudie zur ›Recherche‹, leichter zu lesen als diese und meines Erachtens zur Einstimmung gut geeignet (auch zum Weitermachen, nach meiner Erfahrung, wenn die Lektüre des magnum opus mal ins Stocken gerät.)«.

Die asphaltierte Promenade zwischen Dürener Straße und Friedrich-Schmidt-Straße, auf dem Anfang der 1930er Jahre gelegentlich Motorradrennen veranstaltet wurden, führt durch Mischwald und über einen sehr sanften Hügel. An der Strecke liegen Tennisplätze, ein recht verwunschener Teich (mit einer kanalisierten Verbindung zum Kahnweiher nebst Wasserfontäne), eine Skaterbahn, eine Erinnerungstafel für die ehemalige »Waldschenke«, die 1889 »tief im Wald auf dem tieferliegenden Teil der Volkswiese« im sogenannten Villenstil errichtet worden ist, bald darauf der Tierpark und – wenn auch von Bäumen verdeckt und etwas distanziert – der Sitz der Marcel-Proust-Gesellschaft in der Brahmsstraße.

Zweimal quert eine eingleisige Bahntrasse den Weg. Auf ihr werden allerdings nur gelegentlich Güterwaggons zwischen dem Niehler Hafen und Frechen bewegt, so dass Spaziergänger, Jogger, Hundehalter und Radfahrer kaum einmal ausgebremst werden. Wer einen Ausblick über Wiese und Baumwipfel hinweg wünscht, muss auf dem Scheitelpunkt des Hügels nur einen winzigen Abstecher zum »Dreizehn-Linden-Platz« machen. Zwar sieht man hier weder »die feine Spitze des Glockenturms von Saint-Hilaire«, wie der Erzähler auf einem Spaziergang im Teilband Combray, noch die Spitzen des Kölner Doms. Schön ist es dort oben gleichwohl.

Proust-Leserinnen und Proust-Leser werden noch einen weiteren Aspekt zu würdigen wissen. Der Weißdorn nämlich, dessen »bitteren und süßen Mandelgeruch« der Erzähler der Recherche intensiv erlebt und der einige Male seine Erinnerung anregt, wächst auch entlang der Marcel-Proust-Promenade im Kölner Stadtwald.

(M. Oe.)

Literatur

  • Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, dt. von Bernd-Jürgen Stuttgart 2013-2016.
  • Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, dt. von Eva Rechel-Mertens und überarbeitet von Luzius Keller. Frankfurter Ausgabe (7 Bde.)  Frankfurt/M.  2011.
  • Konrad Adenauer und Volke Gröbe: Lindenthal – Die Entwicklung eines Kölner Vorortes, Köln 2004.
  • Rudolf Steiert: Sur la lecture, Band 1. Hg. v. der Marcel-Proust-Gesellschaft. Köln 1995.
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»Colonia Claudia Ara Agrippinensium«

Ein Gastbeitrag von Martin Oehlen
Römischer Torbogen (Nordtor), Römisch-Germanisches Museum. Foto: © Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c001794, http://www.kulturelles-erbe-koeln.de

Die Annalen des P. Cornelius Tacitus gelten als ein Höhepunkt der antiken Geschichtsschreibung. Sie widmen sich der Julisch-Claudischen Dynastie, beginnend mit dem Tod von Kaiser Augustus im Jahre 14 n. Chr. und endend mit Kaiser Nero, der von 54 bis 68 regierte. Im 12. Buch dieser römischen Geschichte findet sich jene Passage, in der erstmals geschildert wird, wie aus der Stadt der Ubier, die einst Augustus hatte gründen lassen, die »Colonia Claudia Ara Agrippinensium« (CCAA) geworden ist, also die »Kolonie des Claudius am Altar der Agrippinensier«. Im 27. Kapitel lesen wir:

»Agrippina aber setzte durch, um auch den verbündeten Völkern ihre Macht zu demonstrieren, dass in der Stadt der Ubier, in der sie geboren worden war, Veteranen angesiedelt und eine nach ihr benannte Kolonie gegründet wurde. Zufällig fügte es sich, dass ihr Großvater Agrippa diesen Stamm, nachdem dieser den Rhein überschritten hatte, in den römischen Schutz aufgenommen hatte.«

Ausführlich widmet sich Tacitus dem Leben der Agrippina der Jüngeren (Agrippina minor), der Tochter des Feldherrn Germanicus und der Mutter Neros. Was wir hingegen vom Leben des Schriftstellers selbst wissen, ist mit den Worten des Altphilologen Manfred Fuhrmann »kümmerlich«, ja, sogar »so kümmerlich, dass sich daraus mehr Fragen als Antworten ergeben.« Umso beredter ist sein umfangreiches Werk, wenngleich einiges davon nur fragmentarisch überliefert ist: Agricola, Germania, Historiae und Annales.

Vermutlich unmittelbar nach der kaiserlichen Aufwertung der Stadt im Jahre 50 n. Chr., die mit einigen Privilegien verbunden war, entstand die römische Stadtmauer. Wer sich aus Richtung Novaesium näherte, dem heutigen Neuss, der sah auf dem mächtigen Nordtor die markanten Buchstaben prangen: CCAA. Der mittlere Bogen der dreitorigen Anlage ist eine der Attraktionen des Römisch-Germanischen Museums. Weitere Überreste sind am alten Standort zu besichtigen. Ein Seitenflügel, der als Durchgang für Fußgänger diente, ragt auf der Domplatte auf. Das freigelegte Fundament des rund 30 Meter breiten Nordtores erstreckt sich in der darunter liegenden Tiefgarage über zwei Etagen.

Seitenportal Römisches Nordtor © Foto Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (Via Wikimedia Commons)

Schon Strabo hatte festgehalten, dass Agrippa – also der bereits erwähnte Großvater der Agrippina – den Germanenstamm der Ubier auf der linken Reinseite angesiedelt hatte. Und Tacitus war bereits in seiner Germania auf das »Oppidum Ubiorum« eingegangen. Doch die Passage in den Annalen, den vermutlich zwischen 110 bis 120 n. Chr. entstandenen Jahrbüchern, ist eine Art Urschrift der Stadt. Es ist die älteste bekannte Erwähnung der CCAA in der Literatur. Aus der »Colonia«, dem ersten großen C, wurde viele Jahrhunderte später die Ortsangabe »Köln«.

Der Althistoriker Werner Eck hat sich in seiner fundamentalen Untersuchung zu Köln in römischer Zeit ausführlich mit den Hintergründen der Umbenennung befasst. Für Agrippina spielten sentimentale Erwägungen gegenüber der Stadt, in der sie am 6. November des Jahres 15 n. Chr. geboren worden war, wohl keine zentrale Rolle. Vielmehr sieht Eck in der Koloniegründung einen Nachweis für Agrippinas Machtbewusstsein als Ehefrau des Kaisers Claudius. Er war ihr dritter Ehemann und zugleich ihr Onkel (den sie später angeblich mithilfe eines Pilzgerichts vergiften ließ). Nachdem Claudius seinem Geburtsort Lugdunum (Lyon) den Beinamen Claudia gewährt hatte, zog Agrippina mit der Aufwertung ihres Geburtstortes am Rhein nach. Werner Eck beschreibt die Einzigartigkeit des Vorgangs: »Agrippina war die erste und blieb die einzige Römerin, deren Name mit einer römischen Kolonie verbunden wurde.«

 (M. Oe.)

Literatur:

  • Tacitus: Annalen, übersetzt und erläutert von Erich Heller, mit einer Einführung von Manfred Fuhrmann. München 1991.
  • Werner Eck: Köln in römischer Zeit – Geschichte einer Stadt im Rahmen des Imperium Romanum, Band 1 der Geschichte der Stadt Köln. Köln 2004.
  • Marcus Trier und Friederike Naumann-Steckner: Agrippina – Kaiserin aus Köln. Begleitband zur Ausstellung im Römisch-Germanischen Museum, Köln 2015.