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Aktuelles

Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio in Köln

St. Clemens, Mülheimer Ufer, um 1900, in: Paul Clemen:  Die Kunstdenkmäler des Kreises Mülheim am Rhein. Bd. 5, Abt. 2. Düsseldorf 1901.

Der Liedersammler und Dichter Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio (1803 – 1869) lebte während seiner Volksschulzeit einige Jahre im Haus seiner Großeltern in Mülheim am Rhein und berichtet in seinen Erinnerungen, wie er an den Vorabenden der ›Mülheimer Gottestracht‹, der Fronleichnamsprozession zu Land und auf den Schiffen im Rhein, am Ufer saß und sich am Spiel der Musiker erfreute, die auf den versammelten Schiffen Volksweisen zum Besten gaben. An anderer Stelle heißt es in seinen Erinnerungen, dass er auf dem ›Köllner Männergesangsfest‹ von 1846 im Gürzenich unter der Leitung seines Freundes Felix Mendelssohn Bartholdy »redlich mitgesungen« hat. – Über das abenteuerliche Leben des Romantikers Anton Wilhelm von Zuccalmaglio schrieb die Kölner Autorin Dorothea Renckhoff für die LiK.map nachfolgenden Beitrag.

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Aktuelles

Zum Tod von Jürgen Becker (1932 – 2024)

Jürgen Becker in der Kölner Zentralbibliothek, 2014, © Literatur-in-Köln-Archiv

Der Kölner Schriftsteller und Lyriker Jürgen Becker ist am 7.11.2024 im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in Köln-Dellbrück gestorben. Neben Heinrich Böll und Dieter Wellershoff prägte er über viele Jahrzehnte maßgeblich die Kölner Literaturszene.

Wie kaum ein anderer seiner Kölner Schriftstellerkolleginnen oder -kollegen, hat sich Becker mit dem Ort seiner Herkunft und seiner Wirkungsstätte literarisch auseinandergesetzt. Köln und vor allem die Ränder und Umgebungen der Stadt, die Kölner Bucht, markieren größtenteils die Eckpunkte seines Schreibprozesses. »Köln ist eine Stadt, »die in ihrer Widersprüchlichkeit genügend Reize für einen Künstler hat. Es ist für meine Bücher wichtig, daß sie gerade hier entstanden sind.«, so beschrieb Becker das besondere Verhältnis zu seiner Geburtsstadt.

Wie in einem Steinbruch fand der Autor hier sein Material, das er bearbeitete, drehte und wendete, immer wieder neu betrachtete, variantenreich modellierte und auf seine Tauglichkeit hin untersuchte. Auf diese Art und Weise entstanden außergewöhnliche, sehr eigene Prosaarbeiten und Gedichte, die einerseits im Humus des vertrauten Terrains verwurzelt sind, andererseits aber weit über den Horizont des Lokalen hinausweisen. 

Bereits in seinem ersten Prosawerk Felder (1964), einem der experimentellen Literatur verpflichteten Text, wird ein vielschichtiges Spektrum vom Leben einer Person in Köln gezeichnet. »Der Titel ist malerisch, so beschrieb Heinrich Böll kurz nach Erscheinen über das Buch, »er könnte auch, wandelte man ihn in ›Planquadrate‹ um, der Landvermessersprache entnommen oder strategischen Ursprungs sein; die Anordnung der Texte ist musikalisch, deren Qualität poetisch, ihr Gegenstand: Köln. Die Lokalisierung erfolgt deutlich: ›Sankt Kunibert läutet‹, ›Werheits Hund‹, ›Werheits Hof‹, und natürlich, ›da rasselt unterm Pflaster römisches Gebein‹.« Neben seiner literarischen Tätigkeit leitete Becker fast 20 Jahre die Hörspielredaktion des Deutschlandfunks in Köln. Die Stadt Köln verlieh ihm zweimal die höchste städtische Auszeichnung für Literatur: 1968 den Kölner Literaturpreis und 1995 den Heinrich-Böll-Preis.

Mit seinem lyrischen Werk gehörte Becker zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart. Noch in diesem Jahr erschien der Band Nachspielzeit. Sätze und Gedichte, in dem Becker in seinem unverwechselbaren Sound sein literarisches Schreiben fortsetzte. Die Buchvorstellung, die in Kooperation des Literatur-in-Köln Archiv (LiK), dem Literaturhaus Köln e.V. und der Buchhandlung Klaus Bittner, am 28. August 2024 stattfinden sollte, musste leider aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden.

Dem Literatur-in-Köln-Archiv war Jürgen Becker über viele Jahrzehnte eng verbunden. Zahlreiche Buchvorstellungen und Veranstaltungen wurden über die Jahre gemeinsam in den Räumen der Kölner Zentralbibliothek realisiert. Die langen Gespräche auf dem dunkelgrünen Ledersofa in Brück bleiben der Autorin in Erinnerung. Ein Zeichen dieser Verbundenheit konnte u. a. in den Publikationen Lokalseiten und Gelegenheiten zum Ausdruck gebracht werden.

Gabriele Ewenz

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Aktuelles Literaturfestivals

Anderland IV – Festival der Poesie

Anderland, das Kölner Festival zur Poesie, findet in diesem Herbst zum vierten Mal statt. An zwei aufeinander folgenden Tagen steht die Lyrik in der Kölner Zentralbibliothek im Zentrum. Zu Gast in der Kölner Stadtbibliothek sind diesmal Marcel Beyer, Jan Röhnert, der amerikanische Dichter Ron Padgett und Jan Drees.

Montag, 4.11.2024, 19.30 Uhr
Der erste Abend ist Friederike Mayröcker (1924-2021) gewidmet, einer der großen Dichterinnen des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Mayröcker, die immer wieder für den Literaturnobelpreis ins Gespräch gebracht wurde, war zuletzt am 12. Oktober 1988 Gast in der Kölner Zentralbibliothek, sie las dort aus ihrem neu erschienen Buch mein Herz mein Zimmer mein Name. Zu ihrem 100. Geburtstag am 20. Dezember 2024 werden die Gesammelten Gedichte 2004-2021 erscheinen, aus denen der Herausgeber Marcel Beyer den Abend gestalten wird.

Dienstag, 5.11.2024, 19.30 Uhr
Am zweiten Abend spricht per Video der US-amerikanische Dichter Ron Padgett. Anschließend stellt Jan Röhnert im Gespräch mit Jan Drees seine eigenen Texte vor.

Marcel Beyer, geb. in Tailfingen/Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf. Er studierte von 1987 bis 1991 Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; Studienabschluss mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker. Der Autor erhielt zahlreiche Preise, darunter 2001 den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln, 2008 den Joseph-Breitbach-Preis sowie 2016 den Georg-Büchner-Preis. Beyer lebte bis 1996 in Köln, seitdem ist er in Dresden ansässig. Er ist u.a. Herausgeber der Gesammelten Gedichte 2004-2021 Friederike Mayröckers.

Jan Drees ist Redakteur im Literaturressort des Deutschlandfunks und moderiert die Sendungen »Lesezeit« und den »Büchermarkt«. Außerdem ist Drees Autor zahlreicher Bücher wie Sandbergs Liebe (2019) und Literatur der Krise. Das Novellenwerk von Hartmut Lange. Jan Drees lebt in Köln.

Ron Padgett, geb. 1942 in Tulsa, Oklahoma, war mit ersten deutschen Übersetzungen in der Anthologie Silver Screen (1969) von Rolf Dieter Brinkmann, als Exponent der amerikanischen Beat-and-Pop-Bewegung, vertreten. Er gilt als einer der wichtigsten amerikanischen Lyriker der Gegenwart. »Beim Drehbuchschreiben wusste ich schon, dass ich Gedichte von Ron Padgett verwenden wollte. Ich liebe seine Gedichte sehr. Einige hat er speziell für den Film verfasst. Sie feiern die kleinen Dinge.« So Jim Jarmusch über seinen Kultfilm Paterson, dessen Hauptfigur – ein Busfahrer, der Lyrik schreibt – Gedichte von Ron Padgett in sein Heft notiert. Auch dank dieses vielfach ausgezeichneten Films teilen inzwischen zahllose Menschen Jarmuschs Begeisterung für seine Gedichte.

Jan Röhnert, geb.1976 in Gera, ist Literaturwissenschaftler, Essayist, Übersetzer, Autor von Reiseprosa und Lyriker, der u. a. mit dem Lyrikpreis des LCB, einem Harald-Gerlach-Stipendium, dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis und dem Lyrikpreis der RAI Südtirol ausgezeichnet wurde. Er lehrt an der TU Braunschweig und lebt seit 2018 in Leipzig. Er hat alle auf Deutsch erschienen Bände (Die schönsten Streichhölzer der Welt, Hier und Dort & Dort und Hier, Perfekt sein / How to be Perfect) Ron Padgetts übersetzt.

Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln, der Buchhandlung Klaus Bittner und dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur I der Universität zu Köln statt.

Veranstaltungsort:
Stadtbibliothek Köln
sprachraum der Stadtbibliothek
Josef-Haubrich-Hof 1a
50667 Köln - Altstadt/Süd

Tickets über die Buchhandlung Bittner:
info@bittner-buch.de, 0221-2574870
Vergangene Veranstaltung

Anderland III
Anderland II
Anderland I

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Aktuelles

Heinrich Böll – Katholische Volksschule Raderthal

Heinrich Böll besuchte zwischen 1924 und 1928 die Katholische Volksschule in Köln-Raderthal in der Brühler Str. 204, die 1873 nach Plänen des Architekten Heinrich Müller erbaut wurde. Raderthal gehörte in dieser Zeit noch zur Bürgermeisterei Rondorf im Landkreis Köln. Erst 1888 wurde Raderthal ein Stadtteil von Köln. Anfang des 20. Jahrhunderts und besonders nach dem Ersten Weltkrieg bestimmten gesellschaftliche und politische Umwälzungen nicht nur die Politik, sondern auch die Schule. Es gab Reformideen, die sich allerdings nicht alle umsetzen ließen. Das Schulgeld für die Volksschule wurde abgeschafft, die Prügelstrafe dagegen blieb weiterhin ein erlaubtes und vielfach angewandtes Erziehungsmittel. Acht Jahre dauerte die Volksschulzeit und endete mit dem Volksschulabschluss. Eine weitere Reform war die gemeinsame Grundschule, damit unterschiedliche soziale Schichten zusammenkommen, um so den gesellschaftlichen Problemen durch die sozialen Klassengegensätze entgegenwirken zu können. Hier geht es zum Beitrag.

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Aktuelles

Jens Hagen

»Pinguintreffen am Kap der Guten Hoffnung. – Was zieh ich nur an?«

Jens Hagen, 1995 © Foto: Dorothee Joachim

Der Kölner Schriftsteller, Fotograf und Künstler Jens Hagen (1944–2004) wäre in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Zur Erinnerung an ihn und sein Werk findet vom 22. August bis zum 1. September in der Kölner Galerie formformsuche eine Ausstellung statt, die neue Einblicke in sein vielfältiges bildnerisches und literarisches Schaffen gezeigt.

Ausstellung: Jens Hagen – Am Rand der Wörter, 2014, Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) © Foto: Dorothee Joachim

Aus Anlass des 70. Geburtstages und des 10. Todestages präsentierte das Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) bereits 2014 gemeinsam mit der Künstlerin und Ko-Kuratorin Dorothee Joachim, die Ausstellung Jens Hagen – Am Rand der Wörter, die Hagens umfassendes Werk und die Vielfalt seiner künstlerischen Ausdruckformen in den Fokus nahm. Als Schriftsteller fasziniert Hagen durch die Bandbreite seines literarischen Schaffens: vom Express-Reporter über den politischen Journalisten, den Autor von O-Ton-Reportagen, Krimi- und Science-Fiction-Hörspielen und satirischen Kurzgeschichten bis hin zum Lyriker, dem Verfasser langer rhapsodischer Poeme und kurzer Dreizeiler.

Darüber hinaus war Jens Hagen immer auch in verschiedenen visuellen Medien aktiv. In den 1960er und 1970er Jahren wie auch in seinen letzten Lebensjahren entstanden vor allem Fotografien, unter anderem aus dem Bereich der Rock- und Popmusik, in denen das Lebensgefühl der damaligen Zeit wieder lebendig wird. Seine in den 1990er Jahren auf der mechanischen Schreibmaschine getätigten Anschläge verdichten sich zu unlesbaren Texten, zu zarten Werken der Konkreten Poesie. Als sein literarisches Vermächtnis bezeichnete der immer auch politisch engagierte Autor von Hörspielen und Reportagen, Satiren und Haikus sein vierteiliges ›Köln Poem‹. Es erschien 2014 unter dem Titel Nie ankommen im Kölner Sprungturm Verlag von Boris Becker. Neben Porträtfotos aus seinen unterschiedlichen Lebenszeiten und in diversen Arbeitszusammenhängen werden in der aktuellen Ausstellung erstmals einige bisher noch unveröffentlichte Aufnahmen der Kölner Fotografin Hildegard Weber gezeigt, die sie Ende der Siebziger Jahre von Jens Hagen an seinem Schreibtisch in seiner Kölner Wohnung gemacht hat.

Flyer zur Ausstellung

Weiterführende Informationen unter:
https://formformsuche.de/ausstellungen/jens-hagen-pinguintreffen
Ausstellungsdauer: 22.8. bis 1.8.2014
Ausstellungseröffnung: 22.8.2024, 16 - 20 Uhr
Finissage: 1.9.2024, 12 - 20 Uhr
Galerie formformsuche
Filzengraben 22 (Innenhof)
50676 Köln
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Aktuelles Literaturfestivals

Anderland III – Festival der Poesie

Anderland, das Kölner Festival zur Poesie, findet in diesem Frühling zum dritten Mal statt. An zwei aufeinander folgenden Tagen steht die Lyrik in der Kölner Zentralbibliothek im Zentrum. Zu Gast in der Kölner Stadtbibliothek sind Birgit Kreipe, Steffen Popp und Monika Rinck.
Der erste Abend ist der Dichterin Elke Erb (1938-2024) gewidmet, die zu den wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Poesie der Gegenwart zählte. Ihr innovatives Werk beeinflusste seit Generationen junge Dichterinnen und Dichter.

Dienstag, 14.5.2024, 19.30 Uhr
Nach einer kurzen Begrüßung sprechen die Schriftsteller*innen Steffen Popp und Monika Rinck über Erbs Werk und stellen eine Auswahl ihrer Texte vor, die sie kürzlich gemeinsam im Suhrkamp Verlag unter dem Titel Das ist hier der Fall anlässlich des Georg-Büchner-Preises herausgegeben haben.

Mittwoch, 15.5.2024, 19.30 Uhr
Am zweiten Abend begrüßt Steffen Popp die Autorin Birgit Kreipe. Beide lesen aus ihren neuesten Gedichtbänden, erkunden Gemeinsamkeiten, erzählen von Inspiration und ihren Arbeitsweisen und laden so ihr Publikum zu einem Gespräch über moderne deutsche Dichtung ein.

Elke Erb (1938-2024) war eine deutsche Lyrikerin und Übersetzerin. Seit 1968 lebte und arbeitete sie als freie Schriftstellerin in Berlin. Übersetzungen der Texte von Marina Zwetajewa sowie Nachdichtungen überwiegend aus dem Russischen erschienen ab 1974. Erb wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie 1988 den Peter-Huchel-Preis und 2020 den Georg-Büchner-Preis. Ihre Bücher erschienen in kleineren Verlagen und Zeitschriften jenseits des Mainstreams. Seit 1998 publizierte sie vor allem bei dem auf Poesie spezialisierten Urs Engeler Verlag. Sie war Mitglied in der Berliner Akademie der Künste.

Birgit Kreipe, geb. 1964 in Hildesheim, lebt in Berlin. Sie schloss eine Buchhändlerlehre sowie ein Studium der Deutschen Literatur und Psychologie in Marburg und Wien ab. 2014 erhielt sie unter anderem den Lyrikpreis München. Zuletzt war sie Stipendiatin der Deutschen Akademie in Rom. Bislang erschienen vier Gedichtbände, ihr aktueller Band aire liegt bei KOOKbooks Berlin vor.

Steffen Popp, geb. 1978 in Greifswald, lebt als Dichter, Literaturwissenschaftler und Übersetzer in Berlin. Popp veröffentliche seit 2004 die Gedichtbände Wie Alpen, Kolonie Zur Sonne, Dickicht mit Reden und Augen und 118. Er erhielt 2014 den Peter-Huchel-Preis und 118″stand zudem 2017 auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse. 2018 wurde Popp in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. 2022 hatte er die Thomas Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn inne. 

Monika Rinck, geb. 1969 in Zweibrücken, veröffentlicht Essays, Prosa und Gedichte in Zeitschriften und Anthologien. Ihre Arbeit wurde mehrfach mit Preisen gewürdigt, u.a. mit dem Heinrich-von-Kleist-Preis, dem Ernst-Jandl-Preis und dem Roswitha-Preis. Rinck ist Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Akademie der Künste Berlin. 2016/2017 war sie in Köln Kuratorin des internationalen Festivals Poetica III. Seit 2023 ist sie Professorin für Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln.

Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln und der Buchhandlung Klaus Bittner statt.

Veranstaltungsort:
Stadtbibliothek Köln
Josef-Haubrich-Hof 1
50676 Köln - Altstadt/Süd

Tickets über die Buchhandlung Bittner: 
info@bittner-buch.de, 0221-2574870
Vergangene Veranstaltung

Anderland II
Anderland I

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Aktuelles LiK im Fokus

LiK im Fokus

Schallplatten und Bücher aus dem Nachlass von Heinrich Böll
Schallplatten und Bücher aus dem Nachlass von Heinrich Böll © Heinrich-Böll-Archiv

Das Thema Heinrich Böll und die Musik mag in der Gesamtbetrachtung des literarischen Werkes des Autors höchstwahrscheinlich nur als Marginalie einzuordnen sein. Dennoch finden sich vor allem im Frühwerk Bölls Spuren, denen das Heinrich-Böll-Archiv in der Zeit vom 25.03.2024 bis 01.05.2024 in einer kleinen Präsentation folgt und in den Fokus der Betrachtung rückt. Auch die persönlichen Kontakte mit Komponisten und Musikern wie Bernd Alois Zimmermann (1918-1970) oder auch Wolfgang Niedecken werden berücksichtigt.

»Es gibt wohl nichts«, so der Soldat Heinrich Böll, »wovon ich so sehr abhängig bin, was meine Gefühle und Stimmungen so plötzlich und grundlegend ändern und bestimmen kann, wie Musik. Ich bin ihr gleich verfallen.« Heinrich Bölls intensives Bekenntnis zur Kraft der Musik, die für ihn insbesondere im Schaffen der von ihm geschätzten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Ludwig van Beethovens (1770-1827) zum Ausdruck kam, bilden den Ausgangspunkt dieser thematischen Annäherung, in dessen Zentrum Bölls literarische Auseinandersetzung mit Ludwig van Beethoven steht.

Für Böll war nach Zeugnis seiner Briefe und zahlreicher Texte die Musik Beethovens von großer Bedeutung. So schrieb er 1940: »Auf der Welt habe ich nichts so sehr geliebt wie Beethoven; manchmal, wenn ich seine Musik hörte, hatte ich das unmittelbare Empfinden, als sei er mein Bruder oder ein sehr naher Freund; ich bin das, was man ›völlig unmusikalisch‹ nennt; ich verstehe es nicht einmal, ein Musikwerk seinem Aufbau nach zu analysieren; ich kann nur hören und ich höre, höre, höre; oft, wenn ich ein Adagio von Beethoven hörte, weinte ich, ohne es zu wissen, oder ich lachte glücklich wie ein Kind – Kind ist falsch ausgedrückt – bei seinen Scherzi; Beethoven ist mein Element.« 1941 schrieb er von seiner Sehnsucht, »eine schöne und glänzende meisterhafte Novelle zu schreiben, so wie eine Beethoven-Melodie«. Im Frühwerk existieren vier Gedichte, die auch den Titel »Beethoven« aufweisen und noch im postum veröffentlichten letzten Roman Frauen vor Flußlandschaft (1985) spielt Beethoven als Motiv eine zentrale Rolle. Des Weiteren hat sich ein auf Januar 1938 datiertes Gedicht mit dem Titel Menuett von Mozart erhalten, eine Hommage an Wolfgang Amadeus Mozart, neben Beethoven der bei Böll am häufigsten erwähnte Komponist.

Veranstaltungsort:
Stadtbibliothek Köln
2. Obergeschoss der Zentralbibliothek, Literaturwelt
Josef-Haubrich-Hof 1
50676 Köln - Altstadt/Süd
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Aktuelles

Friedrich Nietzsche singt im Gürzenich

Vom 4. bis 6. Juni 1865 fand im Kölner Gürzenich das 42. Niederrheinische Musikfest statt.  Mochte sich das Fest in der Quantität der Darbietungen und der Qualität des Dargebotenen von vielen anderen unterschieden haben, so dürften die Eindrücke des damals 21jährigen Philologie-Studenten Friedrich Nietzsche (1844-1900), der als Bassist aktiv an dem Musikfest teilnahm, von einem gewissen Interesse sein. Hier geht es zum Beitrag.

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Poetica 9 – Festival für Weltliteratur

Die Poetica ist ein internationales Literaturfestival, das seit 2015 jährlich in Köln stattfindet. Es wird von der Universität zu Köln in Kooperation mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und kulturellen Einrichtungen der Stadt Köln veranstaltet und rückt im Besonderen die Lyrik als marginalisierte Gattung der Weltliteratur in den Blickpunkt. Ein Autor bzw. eine Autorin kuratiert und moderiert das Festival und lädt zu einem Leitthema bis zu zehn prominente Dichter*innen aus aller Welt ein. Die Ausgangsidee für die Poetica war, dass Literatur ebenso Wissen formt wie die Wissenschaften und der Vergleich ästhetischer Ideen im Dialog von Dichter*innen und Wissenschaftler*innen einen hervorragenden Zugang zum Verständnis fremder Kulturen und ihrer potentiell unterschiedlichen Antworten auf zentrale Daseinsfragen ermöglicht. Weitere Informationen gibt es hier.

v.l.n.r. Nikola Madžirov (© Thomas Kierock), Liana Sakelliou (© Nikos Pavlou) und Raphael Urweider (© Stefano de Marchi)

Die Poetica 9 findet vom 22. bis 27. Januar 2024 unter dem Motto »Nach der Natur – Imaginations of Nature Poetry« an verschiedenen Orten, u. a. auch am 25. Januar 2024 in der Kölner Zentralbibliothek, statt. Zu Gast sind Nikola Madžirov aus Nordmazedonien, Liana Sakelliou aus Griechenland und Raphael Urweider aus der Schweiz.

Das aktuelle Gesamtprogramm der Poetica 9 erscheint unter: www.poetica.uni-koeln.de

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Heinrich-Böll-Preisträgerin 2023

Den nach dem Kölner Ehrenbürger und Nobelpreisträger Heinrich Böll benannten Preis verleiht die Stadt Köln seit 1985. Am Vorabend der offiziellen Preisverleihung im Historischen Rathaus spricht die diesjährige Preisträgerin Kathrin Röggla in der Kölner Zentralbibliothek über ihr Werk mit der Literaturkritikerin Sandra Kegel.

Bekanntheit erlangte Röggla vor allem als Sprachkünstlerin, die durch ihre Sprachdekonstruktion und den unverkennbaren Stil oft in Zusammenhang mit der ›Wiener Gruppe‹ genannt wird. Unter dem Vorsitz von Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat die Jury in ihrer Begründung unter anderem die stilistische und formale Brillanz im Werk der Autorin hervorgehoben. Darüber hinaus konnte Rögglas gesellschaftspolitische Engagement, »das seinen Ausdruck nicht in Theorie, sondern in dokumentarisch-literarischer Beobachtung findet«, die Jury überzeugen. Exemplarisch dafür sei ihre aktuelle Publikation Laufendes Verfahren angeführt: ein Roman über den von Röggla über Jahre hinweg begleiteten NSU-Prozess. Die Verleihung des Heinrich-Böll-Preises findet am 1.12.2023 im Historischen Rathaus der Stadt Köln statt.

Kathrin Röggla, geboren in Salzburg, studierte Germanistik und Publizistik. Röggla arbeitet als Prosa- und Theaterautorin, verfasst und produziert Hörspiele und akustische Installationen für verschiedene Rundfunkanstalten. Von 2004 bis 2008 unternahm sie Reisen, unter anderem nach Georgien, in den Iran, nach Zentralasien, Japan, in die USA und den Jemen. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Preise, darunter den Italo-Svevo-Preis, den Anton-Wildgans-Preis und den Arthur-Schnitzler-Preis. Seit 2020 ist sie Professorin für Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM).

Sandra Kegel, geboren in Frankfurt am Main, arbeitet als Journalistin, Literaturkritikerin und Herausgeberin. Seit 2019 ist sie verantwortliche Redakteurin im Feuilleton der FAZ, Mitglied mehrerer Literaturjurys sowie der 3sat-Sendung ›Buchzeit‹.

Eine Veranstaltung des Heinrich-Böll-Archivs der Stadtbibliothek Köln. Kooperationspartner ist das Kulturamt der Stadt Köln

Reservierung unter: Heinrich-Böll-Preis 2023