»Anderland«, das Kölner Festival zur Poesie, findet in diesem Herbst zum 6. Mal statt. An zwei Abenden steht die Lyrik und der 100. Geburtstag von Ernst Jandl im Zentrum. Zu Gast sind diesmal Marica Bodrožić, Kerstin Hensel und Norbert Hummelt. Hier gibt es weitere Informationen.
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Ein Abend für Ernst Jandl mit Marica Bodrožić, Kerstin Hensel und Norbert Hummelt
»Anderland«, das Kölner Festival zur Poesie, findet in diesem Herbst zum 6. Mal statt. An zwei Abenden steht die Lyrik im Zentrum. Zu Gast sind diesmal Marica Bodrožić, Kerstin Hensel und Norbert Hummelt.
Montag, 3.11.2025. Beginn 19.30 Uhr
Zum 100. Geburtstag feiern wir Ernst Jandl – den ersten Abend widmen wir dem Wiener Dichter und Erfinder der konkreten Poesie. Passend zum Jubiläum erscheint ein Buch zu Jandls Ehren, darin stellen bekannte zeitgenössische Autor*innen ihre Lieblingstexte vor, drei davon haben wir nach Köln eingeladen: Kerstin Hensel, Marica Bodrožić und Norbert Hummelt sprechen über Jandls Einfluss auf ihr Werk und tragen seine Gedichte vor.
Dienstag, 4.11.2025. Beginn 19.30 Uhr
Am zweiten Abend stellt Norbert Hummelt seinen neuen Gedichtband Hellichter Tag vor, außerdem liest Kerstin Hensel aus ihren Texten.
Ernst Jandl wurde 1925 in Wien geboren. Nach Schule, Militärdienst und Kriegsgefangenschaft studierte er Germanistik und Anglistik. Während er als Gymnasiallehrer arbeitete, begann er Gedichte zu schreiben und zu veröffentlichten. Sein Werk wurde mit vielen renommierten Preisen ausgezeichnet.
Marica Bodrožić wurde 1973 in Dalmatien geboren. Sie schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen und Essays, die in über sechzehn Sprachen übersetzt wurden. Für ihr bisheriges Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis, dem Manès-Sperber-Literaturpreis für ihr Gesamtwerk sowie dem Irmtraud-Morgner-Preis.
Kerstin Hensel wurde 1961 in Karl-Marx-Stadt geboren. Sie gilt als eine der vielseitigsten und einflussreichsten Vertreterinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Ihr Werk umfasst Lyrik, Romane und Erzählungen. 2015 wurde sie in der Akademie der Künste Berlin für die Sektion Literatur als Stellvertretende Direktorin gewählt. Sie unterrichtet heute an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.
Norbert Hummelt wurde 1962 in Neuss geboren und lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Für sein lyrisches Gesamtwerk wurde er 2021 mit dem Rainer-Malkowski-Preis ausgezeichnet. Er übertrug T. S. Eliots Gedichtzyklen Das öde Land und Vier Quartette neu ins Deutsche und ist Herausgeber der Gedichte von W. B. Yeats.
Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln, der Buchhandlung Klaus Bittner und dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur I der Universität zu Köln statt.
Veranstaltungsort:
Stadtbibliothek Köln
Interim der Zentralbibliothek
Hohe Str. 68-82
50667 Köln - Altstadt/Süd
Tickets über die Buchhandlung Bittner:
info@bittner-buch.de, 0221-2574870
Vergangene Veranstaltung
Jürgen Beckers Lyrik und Vorstellung der Literaturzeitschrift die horen mit Jennifer de Negri, Guy Helminger, Sabine Küchler, Jürgen Nendza und Boris Becker
Montag, 21.05.2025, 19.30 Uhr
Wir freuen uns, dass im Rahmen der im April 2025 erscheinenden neuen Ausgabe der horen (mit dem Schwerpunkt-Thema Kölner Lyrik) vier Autorinnen und Autoren aus ihren darin veröffentlichten Texten lesen werden. Im zweiten Teil werden wiederum die vier Auftretenden ihre Lieblingsgedichte von Jürgen Becker vortragen. Zudem wird Boris Becker Fotografien zeigen und Sabine Küchler einleitende Sätze zu Leben und Werk Beckers geben.
Jennifer de Negri wurde 1981 geboren und lebt in Köln. Sie studierte Theaterregie sowie Literarisches Schreiben an der KHM und veröffentlicht Lyrik und Prosa. 2021 erschien ihr Lyrikband Triebe klimatischer Verhältnisse im Berliner SUKULTUR Verlag. Als Stipendiatin verschiedener Sparten nahm sie an Festivals und Werkstätten teil. De Negri erhielt Preise und Nominierungen, unter anderem ›open mike‹ und ›Literarischer März‹. Sie ist Co-Kuratorin der queer-feministischen Lesereihe [OHNE PRONOMEN]. Im Frühjahr erscheint der Gedichtband reise nach BABYlon in der parasitenpresse.
Guy Helminger wurde 1963 in Esch-sur-Alzette (Luxemburg) geboren und lebt seit 1985 in Köln. Er veröffentlicht Lyrik, Romane, Reiseberichte und Hörspiele. Zudem ist er mit Navid Kermani Gastgeber des Literarischen Salons in Köln. Er verbrachte längere Zeit unter anderem in Indien, Iran, Jemen, Südafrika und Brasilien. 2012 hielt er eine Poetik-Dozentur an der Universität Duisburg-Essen. 2016 wurde er mit dem Dresdner Lyrikpreis und 2022 mit dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. Zuletzt erschien sein Werk Das Geräusch der Stillleben bei capybarabooks, Luxemburg.
Jürgen Nendza, geboren 1957 in Essen. Er ist Verfasser von Gedichten, Essays, Prosa, Hörspielen und Radio-Features. 1998 wurde er mit dem Lyrikpreis Meran und 2018 mit dem Christian-Wagner-Preis für das lyrische Gesamtwerk ausgezeichnet. Seine letzte Veröffentlichung war Auffliegendes Gras im Leipziger poetenladen.
Sabine Küchler wurde 1965 in Bremen geboren und lebt in Köln. Sie veröffentlicht Lyrik, Prosa sowie Hörspiele. Zudem ist Küchler als literarische Übersetzerin und Moderatorin tätig. Sie erhielt diverse Preise und Stipendien. Im Auftrag des Goethe-Instituts bereiste sie Argentinien und die Türkei. Sie arbeitet als Redakteurin beim Deutschlandfunk.
Boris Becker, geboren 1961 als Sohn des Schriftstellers Jürgen Becker, studierte an der Hochschule der Künste Berlin und an der Kunstakademie Düsseldorf. Er wird mit seinem Werk zur Düsseldorfer Photoschule gezählt. Für 1997/98 wurde ihm ein Stipendium in der Villa Massimo in Rom zuerkannt. Becker lebt und arbeitet in Köln.
Jürgen Becker wurde 1932 in Köln geboren. Er arbeitete für den WDR und in den Verlagen Rowohlt und Suhrkamp. Zwanzig Jahre lang, bis 1993, leitete er die Hörspielredaktion des Deutschlandfunks. Jürgen Beckers Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt er den Preis der Gruppe 47, den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der schönen Künste, das Stipendium der Villa Massimo, den Bremer Literaturpreis und den Heinrich-Böll-Preis. Jürgen Becker war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, sowie des PEN-Clubs. 2014 wurde Jürgen Becker schließlich als »maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt.« Jürgen Becker verstarb am 7. November 2024 in Köln.
Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln, der Buchhandlung Klaus Bittner und dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur I der Universität zu Köln statt.
Veranstaltungsort:
Stadtbibliothek Köln
sprachraum der Stadtbibliothek
Josef-Haubrich-Hof 1a
50667 Köln - Altstadt/Süd
Tickets über die Buchhandlung Bittner:
info@bittner-buch.de, 0221-2574870
Vergangene Veranstaltung
Anderland, das Kölner Festival zur Poesie, findet in diesem Herbst zum vierten Mal statt. An zwei aufeinander folgenden Tagen steht die Lyrik in der Kölner Zentralbibliothek im Zentrum. Zu Gast in der Kölner Stadtbibliothek sind diesmal Marcel Beyer, Jan Röhnert, der amerikanische Dichter Ron Padgett und Jan Drees.
Montag, 4.11.2024, 19.30 Uhr
Der erste Abend ist Friederike Mayröcker (1924-2021) gewidmet, einer der großen Dichterinnen des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Mayröcker, die immer wieder für den Literaturnobelpreis ins Gespräch gebracht wurde, war zuletzt am 12. Oktober 1988 Gast in der Kölner Zentralbibliothek, sie las dort aus ihrem neu erschienen Buch mein Herz mein Zimmer mein Name. Zu ihrem 100. Geburtstag am 20. Dezember 2024 werden die Gesammelten Gedichte 2004-2021 erscheinen, aus denen der Herausgeber Marcel Beyer den Abend gestalten wird.
Dienstag, 5.11.2024, 19.30 Uhr
Am zweiten Abend spricht per Video der US-amerikanische Dichter Ron Padgett. Anschließend stellt Jan Röhnert im Gespräch mit Jan Drees seine eigenen Texte vor.
Marcel Beyer, geb. in Tailfingen/Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf. Er studierte von 1987 bis 1991 Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; Studienabschluss mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker. Der Autor erhielt zahlreiche Preise, darunter 2001 den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln, 2008 den Joseph-Breitbach-Preis sowie 2016 den Georg-Büchner-Preis. Beyer lebte bis 1996 in Köln, seitdem ist er in Dresden ansässig. Er ist u.a. Herausgeber der Gesammelten Gedichte 2004-2021 Friederike Mayröckers.
Jan Drees ist Redakteur im Literaturressort des Deutschlandfunks und moderiert die Sendungen »Lesezeit« und den »Büchermarkt«. Außerdem ist Drees Autor zahlreicher Bücher wie Sandbergs Liebe (2019) und Literatur der Krise. Das Novellenwerk von Hartmut Lange. Jan Drees lebt in Köln.
Ron Padgett, geb. 1942 in Tulsa, Oklahoma, war mit ersten deutschen Übersetzungen in der Anthologie Silver Screen (1969) von Rolf Dieter Brinkmann, als Exponent der amerikanischen Beat-and-Pop-Bewegung, vertreten. Er gilt als einer der wichtigsten amerikanischen Lyriker der Gegenwart. »Beim Drehbuchschreiben wusste ich schon, dass ich Gedichte von Ron Padgett verwenden wollte. Ich liebe seine Gedichte sehr. Einige hat er speziell für den Film verfasst. Sie feiern die kleinen Dinge.« So Jim Jarmusch über seinen Kultfilm Paterson, dessen Hauptfigur – ein Busfahrer, der Lyrik schreibt – Gedichte von Ron Padgett in sein Heft notiert. Auch dank dieses vielfach ausgezeichneten Films teilen inzwischen zahllose Menschen Jarmuschs Begeisterung für seine Gedichte.
Jan Röhnert, geb.1976 in Gera, ist Literaturwissenschaftler, Essayist, Übersetzer, Autor von Reiseprosa und Lyriker, der u. a. mit dem Lyrikpreis des LCB, einem Harald-Gerlach-Stipendium, dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis und dem Lyrikpreis der RAI Südtirol ausgezeichnet wurde. Er lehrt an der TU Braunschweig und lebt seit 2018 in Leipzig. Er hat alle auf Deutsch erschienen Bände (Die schönsten Streichhölzer der Welt, Hier und Dort & Dort und Hier, Perfekt sein / How to be Perfect) Ron Padgetts übersetzt.
Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln, der Buchhandlung Klaus Bittner und dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur I der Universität zu Köln statt.
Veranstaltungsort:
Stadtbibliothek Köln
sprachraum der Stadtbibliothek
Josef-Haubrich-Hof 1a
50667 Köln - Altstadt/Süd
Tickets über die Buchhandlung Bittner:
info@bittner-buch.de, 0221-2574870
Vergangene Veranstaltung
Anderland, das Kölner Festival zur Poesie, findet in diesem Frühling zum dritten Mal statt. An zwei aufeinander folgenden Tagen steht die Lyrik in der Kölner Zentralbibliothek im Zentrum. Zu Gast in der Kölner Stadtbibliothek sind Birgit Kreipe, Steffen Popp und Monika Rinck.
Der erste Abend ist der Dichterin Elke Erb (1938-2024) gewidmet, die zu den wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Poesie der Gegenwart zählte. Ihr innovatives Werk beeinflusste seit Generationen junge Dichterinnen und Dichter.
Dienstag, 14.5.2024, 19.30 Uhr
Nach einer kurzen Begrüßung sprechen die Schriftsteller*innen Steffen Popp und Monika Rinck über Erbs Werk und stellen eine Auswahl ihrer Texte vor, die sie kürzlich gemeinsam im Suhrkamp Verlag unter dem Titel Das ist hier der Fall anlässlich des Georg-Büchner-Preises herausgegeben haben.
Mittwoch, 15.5.2024, 19.30 Uhr
Am zweiten Abend begrüßt Steffen Popp die Autorin Birgit Kreipe. Beide lesen aus ihren neuesten Gedichtbänden, erkunden Gemeinsamkeiten, erzählen von Inspiration und ihren Arbeitsweisen und laden so ihr Publikum zu einem Gespräch über moderne deutsche Dichtung ein.
Elke erb (1938-2024) war eine deutsche Lyrikerin und Übersetzerin. Seit 1968 lebte und arbeitete sie als freie Schriftstellerin in Berlin. Übersetzungen der Texte von Marina Zwetajewa sowie Nachdichtungen überwiegend aus dem Russischen erschienen ab 1974. Erb wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie 1988 den Peter-Huchel-Preis und 2020 den Georg-Büchner-Preis. Ihre Bücher erschienen in kleineren Verlagen und Zeitschriften jenseits des Mainstreams. Seit 1998 publizierte sie vor allem bei dem auf Poesie spezialisierten Urs Engeler Verlag. Sie war Mitglied in der Berliner Akademie der Künste.
BIRGIT KREIPE, geb. 1964 in Hildesheim, lebt in Berlin. Sie schloss eine Buchhändlerlehre sowie ein Studium der Deutschen Literatur und Psychologie in Marburg und Wien ab. 2014 erhielt sie unter anderem den Lyrikpreis München. Zuletzt war sie Stipendiatin der Deutschen Akademie in Rom. Bislang erschienen vier Gedichtbände, ihr aktueller Band aire liegt bei KOOKbooks Berlin vor.
Steffen Popp, geb. 1978 in Greifswald, lebt als Dichter, Literaturwissenschaftler und Übersetzer in Berlin. Popp veröffentliche seit 2004 die Gedichtbände Wie Alpen, Kolonie Zur Sonne, Dickicht mit Reden und Augen und 118. Er erhielt 2014 den Peter-Huchel-Preis und 118″stand zudem 2017 auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse. 2018 wurde Popp in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. 2022 hatte er die Thomas Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn inne.
Monika Rinck, geb. 1969 in Zweibrücken, veröffentlicht Essays, Prosa und Gedichte in Zeitschriften und Anthologien. Ihre Arbeit wurde mehrfach mit Preisen gewürdigt, u.a. mit dem Heinrich-von-Kleist-Preis, dem Ernst-Jandl-Preis und dem Roswitha-Preis. Rinck ist Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Akademie der Künste Berlin. 2016/2017 war sie in Köln Kuratorin des internationalen Festivals Poetica III. Seit 2023 ist sie Professorin für Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln.
Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln und der Buchhandlung Klaus Bittner statt.
Veranstaltungsort: Stadtbibliothek Köln Josef-Haubrich-Hof 1 50676 Köln - Altstadt/Süd Tickets über die Buchhandlung Bittner: info@bittner-buch.de, 0221-2574870
Vergangene Veranstaltung
Anderland, das Kölner Festival zur Poesie, findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. An zwei Tagen steht die Lyrik in der Kölner Zentralbibliothek im Zentrum. Zu Gast sind die Autorinnen Jenny Erpenbeck, Monika Rinck und Uljana Wolf. Der erste Abend ist der österreichischen Dichterin Christine Lavant (1915-1973) gewidmet, die zu den größten deutschsprachigen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts zählt.
Montag, 6.11.2023, 19 Uhr
Zu Beginn zeigen wir den Film Wie pünktlich die Verzweiflung ist (ORF 2023, ca. 45 Minuten), der anlässlich des 50. Todestags von Christine Lavant entstand und den der ORF dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat.
Nach einer kurzen Pause sprechen Jenny Erpenbeck und Monika Rinck über Lavants Werk und stellen eine Auswahl ihrer Texte vor. In der Reihe Bücher meines Lebens hat Jenny Erpenbeck im Verlag Kiepenheuer & Witsch 2023 einen Band über Christine Lavant veröffentlicht, in dem sie die Leser an ihrer Faszination für diese außergewöhnliche Autorin und ihr Werk teilhaben lässt.
Dienstag, 7.11.2023, 19.30 Uhr
Am zweiten Abend des Festivals lesen Monika Rinck und Uljana Wolf aus ihren eigenen Werken.
JENNY ERPENBECK, geb. in Berlin, ist Autorin zahlreicher Romane, Erzählungen und Essays. Ihre Werke sind in dreißig Sprachen übersetzt und wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Independent Foreign Fiction Prize, dem Thomas-Mann-Preis, dem Premio Strega Europeo und dem Internationalen Stefan-Heym-Preis. Zuletzt erschienen die Romane Gehen, ging, gegangen und Kairos.
Christine Lavant (1915-1973), geb. als Christine Thonhauser in St. Stefan im Lavanttal (Kärnten) stammt aus einer armen Bergmannsfamilie, war Lyrikerin und Erzählerin. Ihre Schulbildung musste sie aus gesundheitlichen Gründen früh abbrechen. Jahrzehntelang bestritt sie den Familienunterhalt als Strickerin. Sie erhielt u. a. den Georg-Trakl-Preis (1954 und 1964) und den Großen Österreichischen Staatspreis (1970).
Monika Rinck, geb. in Zweibrücken, veröffentlicht Essays, Prosa und Gedichte in Zeitschriften und Anthologien. Ihre Arbeit wurde mehrfach mit Preisen gewürdigt, u.a. mit dem Heinrich-von-Kleist-Preis, dem Ernst-Jandl-Preis und dem Roswitha-Preis. 2016/17 war sie in Köln Kuratorin des internationalen Festivals Poetica III. Seit 2023 ist sie Professorin für Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln.
Uljana Wolf, geb. in Berlin, ist Lyrikerin und Übersetzerin. Sie veröffentlichte vier Gedichtbände, den Essayband Etymologischer Gossip, der 2022 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik ausgezeichnet wurde. Ihr Werk wurde in über 15 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis. 2022 kuratierte sie die Poetica VI in Köln.
Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln, der Buchhandlung Klaus Bittner und dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur I der Universität zu Köln statt.
Veranstaltungsort: Stadtbibliothek Köln Josef-Haubrich-Hof 1 50676 Köln - Altstadt/Süd Tickets über die Buchhandlung Bittner: info@bittner-buch.de, 0221-2574870
Vergangene Veranstaltung
Seit Mai 2023 hat Köln ein weiteres Festival, in dessen Zentrum die Lyrik steht. Der Titel Anderland, so der poetische Name des neuen Veranstaltungsformats, stammt aus Jens Hagens Köln-Poem. – Die Reihe startet mit Federico Italiano, Raoul Schrott und Jan Wagner in der Kölner Zentralbibliothek.
Federico Italiano liest am 15. Mai Gedichte aus seinem Buch Sieben Arten von Weiß auf Italienisch und Raoul Schrott und Jan Wagner tragen ihre jeweiligen Übersetzungen der Texte vor. Italiano gehört laut der Zeitung La Repubblica zu den »stärksten Lyrikern seiner Generation«. Seine Gedichte verbinden auf höchst originelle Weise Naturbetrachtung mit weltumspannend postmodernen Bildern, in denen exotische Riesenkrabben ebenso auftauchen wie nigerianische Scrabble-Weltmeister. Seine spielerisch elegante Lyrik sucht auch den Dialog mit anderen Poeten, ob man sich mit Ted Hughes zum Kaffee verabredet oder Brodsky ein Postskriptum schreibt. Sieben Arten von Weiß versammelt die schönsten Gedichte von Federico Italiano.
Am 16. Mai stehen die Bücher von Raoul Schrott Inventur des Sommers und Jan Wagners Neuübersetzung von Unterm Milchwald von Dylon Thomas im Mittelpunkt.
Lockdowns und Krieg haben in der Gegenwart große Lücken aufklaffen lassen. Raoul Schrotts formensprengende Gedankengedichte erkunden, wie sehr unser Denken, Handeln und Fühlen vom Absenten geprägt ist. Vermag es die Poesie, das Verlorengegangene wiederzubringen? Was bleibt und was lassen wir zurück, wenn wir gehen? Kunstvoll, klug und sinnlich rückt dieser zwischen Essay und Lyrik mäandernde Band ein buntes Kaleidoskop jener zersprungenen Momente vor Augen, die das Leben ausmachen.
Das legendäre Werk Unterm Milchwald des walisischen Dichters Dylan Thomas liegt in einer neuen Übersetzung von Jan Wagner vor, der das Werk als das schönste Stück Literatur bezeichnet, »das jemals über den Äther lief«. Der Morgen beginnt in dem kleinen Fischerdorf Llareggub an der walisischen Küste. Wir folgen den Bewohnern in ihre Träume, wir sitzen in den Stuben, hören die Gespräche in einer Schenke, schauen in die Brautkammern unverheirateter Mädchen und folgen den heimlichen Liebespaaren hinauf in den Milchwald.
Federico Italiano, 1976 in Novara geboren, lebt als Lyriker, Übersetzer und Herausgeber in Wien, wo er an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften forscht. An der LMU München ist er Dozent für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Seine Lyrik wurde unter anderem 2020 mit dem Tirinnanzi-Preis ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Bei Hanser gab er 2019 mit Jan Wagner die Anthologie „Grand Tour. Reisen durch die junge Lyrik Europas“ heraus.
Raoul Schrott, geboren 1964, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Peter-Huchel-Preis. Bei Hanser erschienen 2018 der Essayband Politiken & Ideen und 2019 der Roman Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal. Schrott arbeitet zurzeit im Auftrag der Stiftung Kunst und Natur an einem umfangreichen Atlas der Sternenhimmel. 2023 wird er die Ernst-Jandl-Dozentur der Universität Wien innehaben.
Jan Wagner wurde 1971 in Hamburg geboren und lebt in Berlin. Zuletzt erschienen Die Life Butterfly Show (2018) sowie die Essaybände Der verschlossene Raum (2017) und Der glückliche Augenblick (2021). Für den Gedichtband Regentonnenvariationen (2014) gewann er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse, 2017 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
Dylan Thomas, 1914 in Swansea geboren, 1953 in New York gestorben, arbeitete ab 1934 für Zeitschriften und die BBC in London. 1949 zog er sich in den kleinen walisischen Fischerort Laugharne zurück. Er schrieb Gedichte, Essays, Briefe, Drehbücher, autobiographische Erzählungen und das Stück Unterm Milchwald, das postum mit dem Prix Italia 1954 ausgezeichnet wurde.
Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek Köln, der Buchhandlung Klaus Bittner und dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur I der Universität zu Köln statt.
Veranstaltungsort: Stadtbibliothek Köln Josef-Haubrich-Hof 1 50676 Köln - Altstadt/Süd
