Die Schriftenreihe »lik« gewährt Einblick in die Schätze des Literatur-in-Köln-Archivs (LiK) und des Heinrich-Böll-Archivs der Kölner Stadtbibliothek. Die beiden einzigartigen Literaturarchive dokumentieren seit vielen Jahren das facettenreiche literarische Leben und bewahren das »literarische Gedächtnis« der Stadt Köln. Zahlreiche international bedeutende Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Jürgen Becker, Heinrich Böll, Rolf Dieter Brinkmann, Hilde Domin, Irmgard Keun und Dieter Wellershoff sind hier vertreten. Wir freuen uns, mit dem Verlag der Buchhandlung Klaus Bittner einen engagierten Partner für das Erscheinen der Publikation an der Seite zu haben. Dr. Gabriele Ewenz, Leiterin der beiden Archive, betreut die Publikationsreihe, die über den Buchhandel erhältlich ist.
lik 07: »Schöne, wilde Welt«. – Anne Dorn in Köln
Der 100. Geburtstag der Autorin bietet Anlass zu einer Ehrung und einer Werkschau. Neben dem biographischen Werdegang wird vor allem das facettenreiche literarische Werk Anne Dorns gewürdigt. Der Band beinhaltet u.a. frühe Texte über Dorns Ankommen in Köln, Dokumentationen über diverse Multimediaprojekte im bildnerisch-musikalisch-literarischen Bereich („Neumarkt der Künste“), Gedichte, Kurzprosa, ein Interview mit Lew Kopelew, das die Autorin in den 1970er Jahren in Moskau mit ihm führte. Ferner enthält die Publikation ausgewählte Briefe u.a. mit Dieter Wellershoff, Hans Bender und Navid Kermani.
Anne Dorn beherrscht die Klaviatur der leisen Töne. In einer dichten und atmosphärisch gehaltvollen Sprache gelang es ihr, die Geschehnisse in ihren Texten durch eine präzise Beobachtungsgabe nuancenreich und authentisch zu erzählen. Die Autorin veröffentlichte zahlreiche Erzählungen, Gedichte, Hörspiele und Rundfunkfeatures sowie die Romane hüben und drüben (1991), Geschichten aus tausendundzwei Jahren (1992) und Siehdichum (2007). Eine Auswahl von Gedichten Anne Dorns erschien erstmals 2011 in dem Band Wetterleuchten. 2015 erschien der Gedichtband Jakobsleiter. Zu ihren Arbeiten für Fernsehanstalten gehören mehrere Spielfilme, die sie verfasste und in denen sie Regie führte.
Anne Dorn wurde am 26.11.1925 in Wachau bei Dresden geboren und lebte seit 1969 als Schriftstellerin in Köln. Freundschaftlich verbunden war sie u.a. mit Hans Bender, Heinrich Böll, Lew Kopelew, Dorothee Sölle und Dieter Wellershoff. Neben Stipendien erhielt sie 1973 den Förderpreis der Stadt Köln, 1974 den Deutschen Journalistenpreis, 1985 Ehrengast in der Villa Massimo, 2007 die Kester-Haeusler-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung von 1859. Sie starb am 8.2.2017 in Köln. – Das LiK-Archiv hat eine ausführliche Bibliographie ihrer Werke erstellt.
lik 07 – »Schöne, wilde Welt«. Anne Dorn in Köln. Hrsg. von Stadtbibliothek Köln. Ausgewählt, zusammengestellt und bearbeitet von Gabriele Ewenz. Köln: Verlag der Buchhandlung Klaus Bittner 2025.
Preis: 18 Euro – ISBN 978-3-926397-69-0
- lik 06: Ulla Hahn: Wie die Steine am Rhein
- lik 05: Böll und die Bildende Kunst
- lik 04: Lokalseiten. Jürgen Becker
- lik 03: Die ungeheure Vielfalt der Welt festhalten. Dieter Wellershoff
- lik 02: Jedes Buch hat ein Gesicht. Heinrich Böll, Heinz Friedrich und Celestino Piatti
- lik 01: In der Stadt, wo du lebst – Hans Bender in Köln
