Der Lyriker und Essayist José F. A. Oliver wurde am 26. November 2021 mit dem Heinrich-Böll-Preises der Stadt Köln auszeichnet. Die Jury hob in ihrer Begründung vor allem Olivers Sprachmagie seiner Verse und seiner Prosa hervor, »die ein Alphabet aus Aufbruch und Ankunft deklinieren«. Sie seien »von analytischer Prägnanz, fein durchdacht und dabei von haptischer Lebenslust durchzogen«. In seinen Büchern thematisiere Oliver immer wieder das Nomadische der Heimat, indem er auf seine andalusische Herkunft rekurriere und so fremde Kulturräume begehbar mache. Die sprachliche Nachbarschaft des Deutschen und Spanischen, des Andalusischen und Alemannischen, die in seinem Werk zu finden sei, vollziehe bei aller lokaler Verortung im Schwarzwald oder in Andalusien den Schritt ins Universale. Das aufklärerische Moment, das so zutage trete, die Auseinandersetzung mit Migration, mit Fragen der Integration, mit der Sprache als trennendem und verbindendem Element, stehe unverkennbar in der Tradition des Denkens Heinrich Bölls, heißt es weiter in der Jurybegründung. Der Band beinhaltet die Dankesrede des Preisträgers, die Laudatio von Ilija Trojanow sowie Bildcollagen von José F. A. Oliver.
hbp 04 – José F.A. Oliver. Herausgegeben von: Stadtbibliothek Köln. Ausgewählt, zusammengestellt und bearbeitet von Gabriele Ewenz. Köln: Verlag der Buchhandlung Klaus Bittner, 2020.
Preis: 10 Euro, ISBN 978-3-926397-57-7
